Zuletzt geprüft am 13. Oktober 2026
Schüttet eine thailändische Gesellschaft an Ihre deutsche GmbH aus, behält sie 10 % Quellensteuer ein. Das ist der gesetzliche Satz, und das Abkommen mit Deutschland ändert daran nichts.
Bei Zinsen und Lizenzgebühren lohnt das Abkommen dagegen. Zinsen an deutsche Banken und Finanzinstitute kosten 10 % statt 15 %, Lizenzgebühren für Urheberrechte 5 % statt 15 %.
Die Sätze im Überblick
| Empfänger | Dividenden | Zinsen | Lizenzgebühren |
|---|---|---|---|
| Ansässige Gesellschaften | 0 % / 10 % | 0 % / 1 % | 3 % |
| Ansässige Privatpersonen | 10 % | 15 % | progressiver Tarif |
| Gebietsfremde ohne Abkommen | 10 % | 15 % | 15 % |
| Deutschland | 10 % | 0 % / 10 % / 15 % | 5 % / 15 % |
Ansässige Gesellschaften erhalten Dividenden steuerfrei, wenn sie an der thailändischen Börse notiert sind oder mindestens 25 % der stimmberechtigten Anteile ohne Überkreuzbeteiligung halten. Auf Zinsen an ansässige Gesellschaften außer Banken und Finanzierungsgesellschaften gilt 1 %, außer bei Anleihen.
Die Abkommen
Bei 24 Abkommen gelten dieselben Sätze wie ohne Abkommen, nur Zinsen an Banken und Finanzinstitute sinken. Das sind 10 % auf Dividenden, 10 % auf Zinsen an Banken, Finanzinstitute und Versicherungen und sonst 15 % auf Zinsen, dazu 15 % auf Lizenzgebühren.
Dazu gehören Armenien, Australien, Bahrain, Bangladesch, China, Finnland, Indonesien, Kuwait, Laos, Luxemburg, Malaysia, Nepal, Österreich, die Philippinen, Rumänien, Schweden, die Seychellen, Sri Lanka, Südafrika, die Türkei, Ungarn, Usbekistan, die Vereinigten Arabischen Emirate und Vietnam.
Die übrigen Abkommen weichen ab.
| Empfänger | Dividenden | Zinsen | Lizenzgebühren |
|---|---|---|---|
| Belarus | 10 % | 10 % / 15 % | 15 % |
| Belgien | 10 % | 10 % / 15 % | 5 % / 15 % |
| Bulgarien | 10 % | 10 % / 15 % | 5 % / 15 % |
| Chile | 10 % | 10 % / 15 % | 10 % / 15 % |
| Dänemark | 10 % | 10 % / 15 % | 5 % / 15 % |
| Deutschland | 10 % | 0 % / 10 % / 15 % | 5 % / 15 % |
| Estland | 10 % | 10 % | 8 % / 10 % |
| Frankreich | 10 % | 3 % / 10 % / 15 % | 0 % / 5 % / 15 % |
| Hongkong | 10 % | 10 % / 15 % | 5 % / 10 % / 15 % |
| Indien | 10 % | 10 % | 10 % |
| Irland | 10 % | 10 % / 15 % | 5 % / 10 % / 15 % |
| Israel | 10 % | 10 % / 15 % | 5 % / 15 % |
| Italien | 10 % | 0 % / 10 % / 15 % | 5 % / 15 % |
| Japan | 10 % | 0 % / 10 % / 15 % | 15 % |
| Kambodscha | 10 % | 10 % / 15 % | 10 % |
| Kanada | 10 % | 10 % / 15 % | 5 % / 15 % |
| Korea | 10 % | 10 % / 15 % | 5 % / 10 % / 15 % |
| Mauritius | 10 % | 10 % / 15 % | 5 % / 15 % |
| Myanmar | 10 % | 10 % | 5 % / 10 % / 15 % |
| Neuseeland | 10 % | 10 % / 15 % | 10 % / 15 % |
| Niederlande | 10 % | 10 % / 15 % | 5 % / 15 % |
| Norwegen | 10 % | 10 % / 15 % | 5 % / 10 % / 15 % |
| Oman | 10 % | 10 % / 15 % | 15 % |
| Pakistan | 10 % | 10 % / 15 % | 0 % / 10 % / 15 % |
| Polen | 10 % | 10 % / 15 % | 0 % / 5 % / 15 % |
| Russland | 10 % | 10 % / 15 % | 15 % |
| Schweiz | 10 % | 10 % / 15 % | 5 % / 10 % / 15 % |
| Singapur | 10 % | 10 % / 15 % | 5 % / 8 % / 10 % |
| Slowenien | 10 % | 10 % / 15 % | 10 % / 15 % |
| Spanien | 10 % | 10 % / 15 % | 5 % / 8 % / 15 % |
| Tadschikistan | 10 % | 10 % | 5 % / 10 % |
| Taiwan | 5 % / 10 % | 10 % / 15 % | 10 % |
| Tschechien | 10 % | 10 % / 15 % | 5 % / 10 % / 15 % |
| Ukraine | 10 % | 0 % / 10 % / 15 % | 15 % |
| Vereinigte Staaten | 10 % | 10 % / 15 % | 5 % / 8 % / 15 % |
| Vereinigtes Königreich | 10 % | 10 % / 15 % | 5 % / 15 % |
| Zypern | 10 % | 10 % / 15 % | 5 % / 10 % / 15 % |
Nur Taiwan senkt den Dividendensatz, auf 5 % bei mindestens 25 % Beteiligung.
Zinsen
Der 10 %-Satz gilt bei fast allen Abkommen für Zinsen an Banken und Finanzinstitute einschließlich Versicherungen. Bei Russland zählt auf russischer Seite jedes Institut mit Banklizenz.
Belarus, Hongkong, Irland, Korea, Neuseeland und Zypern wenden die 10 % auch auf Kredite aus dem Verkauf von Ausrüstung, Waren oder Leistungen an. Hongkong, Irland, Korea und Neuseeland nehmen dabei Geschäfte zwischen nicht fremden Dritten aus, Oman erfasst stattdessen staatlich garantierte Kredite.
0 % gelten für Zinsen an Finanzinstitute in staatlichem Besitz. Bei Deutschland betrifft das ausdrücklich die Deutsche Bundesbank und die KfW, außerdem Institute der Länder und Kommunen, ähnlich bei Italien und Japan, und bei der Ukraine staatliche Institute zur Förderung von Handel und Investitionen.
Frankreich nimmt 3 % auf Kredite ab vier Jahren Laufzeit, an denen ein öffentliches Finanzinstitut beteiligt ist und die Ausrüstung, Industrieanlagen oder öffentliche Bauten finanzieren.
Lizenzgebühren für Urheberrechte
Den 5 %-Satz für Urheberrechte an literarischen, künstlerischen und wissenschaftlichen Werken haben Belgien, Dänemark, Deutschland, Italien, die Niederlande, Tadschikistan und das Vereinigte Königreich. Bei Bulgarien, Israel, Kanada und Mauritius ohne Filme und Rundfunkbänder.
Polen, Spanien, die Schweiz und Tschechien nehmen ebenfalls 5 % auf Urheberrechte ohne Filme, Hongkong und Norwegen 5 % auf Urheberrechte. Polen und Pakistan befreien zusätzlich Zahlungen an den Staat oder staatliche Unternehmen für Filme und Bänder, ebenso Frankreich.
Zypern, Irland, Korea, Singapur und die Vereinigten Staaten beziehen Filme und teils Software in den 5 %-Satz ein. Pakistan nimmt 10 % auf Urheberrechte.
Lizenzgebühren mit drei Stufen
Zypern, Irland und Norwegen nehmen 10 % auf Ausrüstung, Irland auch auf Patente. Hongkong, Korea, die Schweiz und Tschechien nehmen 10 % auf Patente, Marken, Muster und geheime Verfahren.
Singapur nimmt 8 % auf Patente, Marken und Ausrüstung, die Vereinigten Staaten 8 % auf Ausrüstung. Spanien nimmt 8 % auf Finanzierungsleasing von Ausrüstung.
Estland nimmt 8 % auf Ausrüstung und sonst 10 %. Myanmar nimmt 5 % auf Urheberrechte und 10 % auf Management- und Beratungsleistungen und Know-how.
Chile nimmt 10 % auf Urheberrechte und Ausrüstung, Slowenien 10 % auf Urheberrechte einschließlich Filmen und Rundfunk und auf Ausrüstung. Neuseeland nimmt 10 % auf Urheberrechte, Ausrüstung, Filme sowie Satelliten- und Kabelübertragungen.
Kambodscha und technische Leistungen
Beim Abkommen mit Kambodscha gelten auch für technische Dienstleistungen, also Management-, Technik- und Beratungsleistungen, 10 %. Nach einem Protokoll vom 7. September 2017 hat dafür auf thailändischer Seite der eigene Artikel für technische Leistungen Vorrang vor dem Lizenzartikel.
Ob Ihre Lizenz unter die 5 % fällt und wie die thailändische Steuer in Deutschland angerechnet wird, prüfen wir gern im Erstgespräch.
Abgeglichen mit der PwC Worldwide Tax Summary für Thailand, dort zuletzt aktualisiert am 24. August 2026. Die Angaben ersetzen keine Beratung im Einzelfall.


