Zuletzt geprüft am 13. Oktober 2026
Dividenden aus Myanmar fließen mit 0 % Quellensteuer nach Deutschland. Der Gewinn wurde in Myanmar schon versteuert, auf die Ausschüttung kommt nichts mehr hinzu.
Anders bei Zinsen und Lizenzgebühren. Hier verlangt Myanmar von Gebietsfremden 15 %, und ein Doppelbesteuerungsabkommen mit Deutschland gibt es nicht.
Die Sätze im Überblick
| Empfänger | Dividenden | Zinsen | Lizenzgebühren |
|---|---|---|---|
| Ansässige, auch ansässige Ausländer | 0 % | 0 % | 10 % |
| Gebietsfremde ohne Abkommen | 0 % | 15 % | 15 % |
| Empfänger in Deutschland | 0 % | 15 % | 15 % |
Die 0 % gelten auch für Gewinne einer Zweigniederlassung und Gewinnanteile an Personenvereinigungen, sofern sie versteuert sind.
Endgültig oder anrechenbar
Wer zahlt, behält die Steuer ein und führt sie binnen 15 Tagen an das Internal Revenue Department ab. Bei Ansässigen und registrierten Zweigniederlassungen wird sie später auf die Steuer angerechnet.
Für gebietsfremde Gesellschaften ohne registrierte Niederlassung ist sie endgültig. Ob ein Abkommenssatz oder eine Befreiung gewährt wird, liegt in der Praxis teilweise im Ermessen der Behörde.
Die Abkommenssätze
Myanmar hat acht Abkommen. Auf Dividenden bleibt es überall bei 0 %.
| Staat | Dividenden | Zinsen | Lizenzgebühren |
|---|---|---|---|
| Indien | 0 % | 10 % | 10 % |
| Korea | 0 % | 10 % | 10 % oder 15 % |
| Laos | 0 % | 10 % | 10 % |
| Malaysia | 0 % | 10 % | 10 % |
| Singapur | 0 % | 8 % oder 10 % | 10 % oder 15 % |
| Thailand | 0 % | 10 % | 5 %, 10 % oder 15 % |
| Vereinigtes Königreich | 0 % | nicht geregelt | 0 % |
| Vietnam | 0 % | 10 % | 10 % |
Was hinter den Sondersätzen steckt
Zinsen an den Staat sind in den Abkommen mit Indien, Korea, Malaysia, Singapur, Thailand und Vietnam steuerfrei. Singapur gewährt 8 %, wenn eine Bank oder ein Finanzinstitut die Zinsen erhält.
Korea und Singapur verlangen 10 % auf Lizenzen für Patente, Designs, geheime Formeln und Verfahren sowie gewerbliche Ausrüstung und Erfahrungswissen. Für alles andere gelten 15 %.
Thailand nimmt 5 % für Urheberrechte an literarischen, künstlerischen und wissenschaftlichen Werken und 10 % für Management- und Beratungsleistungen sowie Erfahrungswissen. Mit dem Vereinigten Königreich bleiben Lizenzgebühren frei, solange der Betrag angemessen ist.
Zahlungen für Waren und Leistungen
Staatliche Stellen, Genossenschaften und Unternehmen behalten bei Einkäufen, Werkleistungen und Dienstleistungen im Land aus Ausschreibungen und Verträgen 2,5 % ein, wenn der Empfänger gebietsfremd ist. Bei ansässigen Empfängern sind es 2 %.
Seit dem 1. Juli 2018 gelten die 2 % nicht mehr für Zahlungen privater Unternehmen an Ansässige, nur noch für Zahlungen des Staates. Seit dem 1. September 2023 fallen außerdem 2 % auf Honorare privater Ärzte und anderer Gesundheitsberufe an.
Für Zinsen und Lizenzgebühren aus Myanmar entscheidet die deutsche Seite, wie viel der 15 % Sie anrechnen können. Das klären wir im Erstgespräch.
Abgeglichen mit der PwC Worldwide Tax Summary für Myanmar, dort zuletzt aktualisiert am 9. September 2026. Die Angaben ersetzen keine Beratung im Einzelfall.


