Zuletzt geprüft am 13. Oktober 2026
Auf Zinsen, Lizenzgebühren und Dienstleistungen an eine deutsche Firma behält Katar 5 % Quellensteuer ein. Ein Doppelbesteuerungsabkommen mit Deutschland gibt es nicht, also bleibt es bei diesem Satz.
Dividenden sind dagegen frei. Katar kennt auf Ausschüttungen schlicht keine Quellensteuer, unabhängig davon, wohin das Geld fließt.
Die 5 % gelten für jede Leistung, die in Katar genutzt wird oder dort Nutzen stiftet. Auch dann, wenn Sie die Arbeit ganz oder teilweise von Deutschland aus erledigen.
Die Sätze im Überblick
| Empfänger | Dividenden | Zinsen | Lizenzgebühren |
|---|---|---|---|
| Gebietsfremde ohne Abkommen, also auch Deutschland | 0 % | 5 % | 5 % |
| Gebietsfremde mit Abkommen | 0 % | 0 % bis 12 % je nach Abkommen | 0 % bis 18 % je nach Abkommen |
Neben Zinsen und Lizenzgebühren fallen technische Gebühren, Provisionen, Maklergebühren und andere Vergütungen für Dienstleistungen unter die 5 %. Einige Zahlungen hat Katar per Verordnung ausgenommen.
Wen die Quellensteuer trifft
Betroffen sind nur Zahlungen an Gebietsfremde, die keine Betriebsstätte in Katar haben. Wer ansässig ist oder eine Betriebsstätte hat, besitzt eine Steuerkarte.
Einbehalten wird in der Praxis also bei ausländischen Dienstleistern ohne gültige Steuerkarte.
Auch offene Rechnungen zählen. Bleibt ein Betrag eine bestimmte Zeit unbezahlt, gilt er für die Quellensteuer als gezahlt.
Das zahlende Unternehmen behält die Steuer ein und überweist sie bis zum 16. des Folgemonats an die Steuerbehörde GTA. Die monatliche Meldung läuft online über das Portal Dhareeba, bei Versäumnissen drohen Strafen.
Abkommensstaaten mit 0 % auf Zinsen und 5 % auf Lizenzgebühren
Für diese Staaten gilt 0 % auf Dividenden, 0 % auf Zinsen und 5 % auf Lizenzgebühren: Barbados, Bermuda, Brunei, Fidschi, Guernsey, Hongkong, Irland, Isle of Man, Jersey, Malta, Mauritius, Monaco, Nordmazedonien, Österreich, San Marino, Seychellen, Somalia, Vereinigtes Königreich und Zypern.
Komplett ohne Quellensteuer auf alle drei Einkunftsarten bleiben Frankreich, Georgien, Libanon und Senegal.
Alle übrigen Abkommen
| Staat | Dividenden | Zinsen | Lizenzgebühren |
|---|---|---|---|
| Ägypten | 0 %, 5 % oder 10 % | 0 % oder 10 % | 10 % |
| Albanien | 5 % | 5 % | 6 % |
| Algerien | 0 % | 0 % | 0 % oder 5 % |
| Argentinien | 0 %, 10 % oder 15 % | 12 % | 10 % |
| Armenien | 5 % oder 10 % | 5 % | 5 % |
| Aserbaidschan | 7 % | 7 % | 5 % |
| Belarus | 0 %, 5 % oder 10 % | 5 % | 5 % |
| Bosnien und Herzegowina | 0 % | 7 % | 7 % |
| Bulgarien | 0 % | 3 % | 5 % |
| China | 10 % | 10 % | 10 % |
| Ecuador | 0 %, 5 % oder 10 % | 0 % oder 10 % | 10 % |
| Griechenland | 5 % | 5 % | 5 % |
| Indien | 5 % oder 10 % | 10 % | 10 % |
| Indonesien | 10 % | 10 % | 5 % |
| Iran | 5 % oder 7,5 % | 10 % | 5 % |
| Italien | 5 % oder 10 % | 5 % | 5 % |
| Japan | 5 % oder 10 % | 0 % oder 10 % | 5 % |
| Jordanien | 10 % | 5 % | 10 % |
| Kasachstan | 5 % oder 10 % | 10 % | 10 % |
| Kenia | 5 % oder 10 % | 0 % oder 10 % | 10 % |
| Kirgisistan | 5 % | 0 % | 5 % |
| Korea | 10 % | 0 % oder 10 % | 5 % |
| Kroatien | 0 % | 0 % | 10 % |
| Kuba | 5 % oder 10 % | 10 % | 5 % |
| Lettland | 0 % oder 5 % | 0 % oder 5 % | 5 % |
| Luxemburg | 0 %, 5 % oder 10 % | 0 % | 5 % |
| Malaysia | 5 % oder 10 % | 5 % | 8 % |
| Marokko | 5 % oder 10 % | 0 % oder 10 % | 10 % |
| Mexiko | 0 % | 5 % oder 10 % | 10 % |
| Nepal | 10 % | 10 % | 15 % |
| Niederlande | 0 % oder 10 % | 0 % | 5 % |
| Nigeria | 7,5 % | 7,5 % | 7,5 % |
| Norwegen | 5 % oder 15 % | 0 % | 5 % |
| Oman | 0 % oder 5 % | 0 % | 8 % |
| Pakistan | 5 % oder 10 % | 10 % | 10 % |
| Panama | 5 % | 5 % | 5 % |
| Philippinen | 10 % oder 15 % | 0 % oder 10 % | 15 % |
| Polen | 5 % | 0 % oder 5 % | 5 % |
| Portugal | 5 % oder 10 % | 10 % | 10 % |
| Ruanda | 5 % oder 10 % | 0 % oder 10 % | 10 % |
| Rumänien | 3 % | 3 % | 5 % |
| Russland | 5 % | 5 % | 0 % |
| Schweiz | 5 %, 10 % oder 15 % | 0 % | 0 % |
| Serbien | 5 % oder 10 % | 10 % | 10 % |
| Singapur | 0 % | 5 % | 10 % |
| Slowenien | 5 % | 5 % | 5 % |
| Spanien | 0 % oder 5 % | 0 % | 0 % |
| Sri Lanka | 10 % | 10 % | 10 % |
| Südafrika | 0 %, 5 % oder 10 % | 0 % oder 10 % | 5 % |
| Syrien | 5 % | 10 % | 18 % |
| Tschechien | 5 % oder 10 % | 0 % | 10 % |
| Türkei | 5 % oder 10 % | 10 % | 10 % |
| Ukraine | 5 % oder 10 % | 10 % | 10 % |
| Ungarn | 0 % oder 5 % | 0 % | 5 % |
| Venezuela | 5 % oder 10 % | 5 % | 5 % |
| Vietnam | 5 % oder 12,5 % | 0 % | 5 % oder 10 % |
Die Dividendensätze der Abkommen stehen nur auf dem Papier. Da Katar selbst keine Quellensteuer auf Ausschüttungen erhebt, bleibt es in der Praxis bei 0 %.
Zu den Abkommen mit Jemen, Sudan, Tschad und Tunesien nennt PwC keine Sätze. Für diese und für Bulgarien und Syrien liegen nur wenige Informationen vor, das angegebene Datum kann auch das der Unterzeichnung sein.
Wovon die Dividendensätze abhängen
Bei Indien, Kasachstan, Kenia, Malaysia, Marokko, Pakistan, Serbien, Tschechien, Ukraine und Venezuela gilt 5 % für Gesellschaften ab 10 % Beteiligung, sonst 10 %. Norwegen folgt derselben Schwelle, nur liegt der höhere Satz bei 15 %.
Italien und Kuba verlangen für 5 % eine Gesellschaft mit mindestens 25 %, direkt oder mittelbar. Armenien knüpft die 5 % an ein Kapital über 100.000 US-Dollar.
Belarus und Luxemburg verzichten ganz auf Steuer, wenn eine Gesellschaft mindestens 10 % hält. Eine Privatperson mit 10 % direkter Beteiligung, die seit mindestens 48 Monaten im Vertragsstaat lebt, zahlt 5 %, alle anderen 10 %.
Die Niederlande kommen auf 0 % ab 7,5 % Beteiligung einer Gesellschaft, sonst 10 %. Bei Ungarn zahlen Gesellschaften immer 0 %, alle anderen 5 %.
Die Schweiz staffelt dreifach. Gesellschaften mit mindestens 10 % direkt zahlen 5 %, Privatpersonen mit mindestens 10 % direkt 10 %, alle übrigen 15 %.
Iran gewährt 5 % ab 20 % direkter Beteiligung einer Kapitalgesellschaft, sonst 7,5 %. Bei der Türkei gilt 5 % für staatliche Empfänger und für Gesellschaften ab 20 %, sonst 10 %.
Portugal und die Philippinen setzen 10 % direkte Beteiligung einer Kapitalgesellschaft voraus. Dann sind es 5 % beziehungsweise 10 %, sonst 10 % beziehungsweise 15 %.
Mit Argentinien zahlen Regierungen nichts, Gesellschaften ab 25 % direkt 10 % und alle anderen 15 %. Bei Ägypten, Ecuador und Südafrika sind staatliche Empfänger frei, Gesellschaften ab 10 % zahlen 5 % und der Rest 10 %.
Ruanda verlangt für 5 % eine Gesellschaft, die 365 Tage lang mindestens 15 % hält, oder einen staatlichen Empfänger. Sonst gilt 10 %.
Japan gewährt 5 %, wenn eine Gesellschaft sechs Monate lang mindestens 10 % der Stimmrechte oder Aktien hält und die zahlende Gesellschaft die Dividende nicht abziehen darf. Vietnam verlangt 50 % Beteiligung oder eine Investition über 10 Millionen US-Dollar, sonst 12,5 %.
Spanien bleibt bei 0 % für Gesellschaften ab 10 % direkt, für staatliche Einrichtungen ab 5 % und für Anleger ab 1 % an börsengehandelten Gesellschaften. In anderen Fällen gilt 5 %.
Wann Zinsen frei bleiben
Mehrere Abkommen stellen Zinsen an Staat und Zentralbank frei, sonst gilt 10 %. Das betrifft Ägypten, Ecuador, Marokko und die Philippinen.
Bei Kenia und Ruanda zählen auch staatseigene Einrichtungen dazu, auf katarischer Seite ausdrücklich die Qatar Investment Authority und Qatar Holding. Korea stellt Zinsen aus Staatsschulden frei, Südafrika zusätzlich Zinsen auf börsennotierte Schuldtitel.
Japan befreit Zinsen aus Staatsschulden sowie an Banken, Versicherer und Wertpapierhändler. Dazu kommen Unternehmen, die sich in den drei Vorjahren überwiegend über Anleihen oder Einlagen finanziert haben und deren Vermögen überwiegend aus Forderungen an fremde Dritte besteht.
Mexiko senkt auf 5 %, wenn eine Bank die Zinsen erhält, sonst 10 %. Bei Polen gilt laut PwC 0 %, wenn der Empfänger über eine Betriebsstätte im Quellenstaat tätig ist, ohne Betriebsstätte 5 %.
Besonderheiten bei Lizenzgebühren
Mit Algerien sinkt der Satz auf null, wenn der Empfänger eine Betriebsstätte im Vertragsstaat hat. Vietnam verlangt 5 % für Patente, Muster, Pläne, Formeln, Verfahren, Ausrüstung und Erfahrungswissen, für alles andere 10 %.
So kommen Sie an den Abkommenssatz
Katar arbeitet grundsätzlich nach dem Prinzip zahlen und zurückfordern. Der Zahler behält die volle Steuer ein, der ausländische Empfänger beantragt danach die Erstattung bei der GTA.
Seit dem 16. März 2026 gibt es eine Abkürzung. Katarische Unternehmen mit dem Status Trusted Entity dürfen den Abkommenssatz direkt beim Einbehalt anwenden, prüfen dafür aber selbst, ob die Voraussetzungen erfüllt sind, und übernehmen die Dokumentations- und Meldepflichten.
Einbehalt bei vorübergehenden Niederlassungen
Zahlungen an eine vorübergehende Niederlassung in Katar werden zum Teil zurückgehalten. Einbehalten wird der höhere Betrag aus 3 % des Auftragswerts, abzüglich der im Ausland erbrachten Leistungen, und der vertraglichen Schlusszahlung.
Freigegeben wird das Geld erst, wenn die Niederlassung eine Unbedenklichkeitsbescheinigung der GTA vorlegt. Seit Oktober 2022 beschreibt eine Veröffentlichung der GTA, welche Unterlagen dafür nötig sind, darunter Buchhaltungsangaben, der Vertrag und eine Abnahmebescheinigung.
Ansässige Gesellschaften und dauerhafte Niederlassungen betrifft das kaum. Sie bekommen die Schlusszahlung gegen Vorlage ihrer Steuerkarte.
Wie Sie die 5 % aus Katar in Deutschland anrechnen und ob sich eine Struktur über einen Abkommensstaat lohnt, besprechen wir gern im Erstgespräch.
Abgeglichen mit der PwC Worldwide Tax Summary für Katar, dort zuletzt aktualisiert am 17. September 2026. Die Angaben ersetzen keine Beratung im Einzelfall.


