Zuletzt geprüft am 13. Oktober 2026
Auf Dividenden an eine deutsche Gesellschaft behält Aserbaidschan heute 5 % Quellensteuer ein. Das Abkommen mit Deutschland erlaubt zwar 15 % oder 5 %, doch der inländische Satz liegt inzwischen bei 5 % und gilt, wenn er niedriger ist.
Früher waren es 10 %. Die Senkung macht die meisten Dividendensätze in den Abkommen praktisch bedeutungslos.
Zinsen kosten ohne Abkommen 10 %, Lizenzgebühren 14 %. Hier bringt das deutsche Abkommen bei Lizenzen eine echte Entlastung auf 5 % oder 10 %.
Die Sätze im Überblick
| Empfänger | Dividenden | Zinsen | Lizenzgebühren |
|---|---|---|---|
| Gebietsfremde ohne Abkommen | 5 % | 10 % | 14 % |
| Gebietsfremde mit Abkommen | Abkommenssatz, höchstens 5 % | Abkommenssatz, höchstens 10 % | Abkommenssatz, höchstens 14 % |
| Deutsche Empfänger | 5 % | 10 % | 5 % oder 10 % |
Die 5 % gelten für Dividenden aserbaidschanischer Unternehmen und ebenso für Dividenden, die ein ausländisches Unternehmen aus Aserbaidschan heraus zahlt. Bei Zinsen gibt es eine Ausnahme, wenn sie an Banken im Land oder an Betriebsstätten ausländischer Banken fließen.
Liegt der Abkommenssatz über dem inländischen Satz, gilt der inländische. Voraussetzung ist, dass die nötigen Verwaltungsschritte erledigt sind.
Weitere Zahlungen an Ausländer
Einkünfte aus Aserbaidschan, die keiner Betriebsstätte im Land zuzurechnen sind, werden an der Quelle besteuert. Neben Dividenden, Zinsen und Lizenzgebühren betrifft das auch diese Zahlungen.
| Zahlung | Quellensteuer |
|---|---|
| Miete für bewegliches und unbewegliches Vermögen | 14 % |
| Risikoversicherung und Rückversicherung | 4 % |
| Telekommunikation und internationale Transporte | 6 % |
| Sonstige Einkünfte aus Aserbaidschan | 10 % |
| Zahlungen in Niedrigsteuerländer | 10 % |
Die Abkommenssätze
Aserbaidschan unterscheidet bei Dividenden zwischen gewöhnlichen Gesellschaftern und Gesellschaften, die bestimmte Beteiligungsvoraussetzungen erfüllen. Die folgende Tabelle zeigt alle Abkommen, deren Sätze nicht einheitlich bei 10 % liegen.
| Staat | Dividenden allgemein | Dividenden qualifizierte Beteiligung | Zinsen | Lizenzgebühren |
|---|---|---|---|---|
| Belarus | 15 % | 15 % | 10 % | 10 % |
| Belgien | 15 % | 5 % oder 10 % | 10 % | 5 % oder 10 % |
| Bosnien und Herzegowina | 10 % | 10 % | 0 % oder 10 % | 10 % |
| Bulgarien | 8 % | 8 % | 0 % oder 7 % | 5 % oder 10 % |
| Dänemark | 15 % | 5 % | 8 % | 5 % oder 10 % |
| Deutschland | 15 % | 5 % | 10 % | 5 % oder 10 % |
| Estland | 10 % | 5 % | 10 % | 10 % |
| Finnland | 10 % | 5 % | 0 % oder 10 % | 5 % oder 10 % |
| Frankreich | 10 % | 10 % | 10 % | 5 % oder 10 % |
| Griechenland | 8 % | 8 % | 8 % | 8 % |
| Israel | 15 % | 15 % | 10 % | 5 % oder 10 % |
| Italien | 10 % | 10 % | 10 % | 5 % oder 10 % |
| Japan | 7 % oder 10 % | 7 % oder 10 % | 7 % | 7 % |
| Jordanien | 8 % | 8 % | 8 % | 10 % |
| Kanada | 15 % | 10 % | 0 % oder 10 % | 5 % oder 10 % |
| Katar | 7 % | 7 % | 7 % | 5 % |
| Kirgisistan | 10 % | 8 % | 8 % | 8 % |
| Korea | 7 % | 7 % | 10 % | 5 % oder 10 % |
| Kroatien | 10 % | 5 % | 10 % | 10 % |
| Kuwait | 10 % | 5 % | 7 % | 10 % |
| Lettland | 10 % | 5 % | 10 % | 5 % oder 10 % |
| Litauen | 10 % | 5 % | 10 % | 10 % |
| Luxemburg | 10 % | 5 % | 10 % | 5 % oder 10 % |
| Malta | 8 % | 8 % | 8 % | 8 % |
| Moldau | 15 % | 8 % | 10 % | 10 % |
| Montenegro | 10 % | 10 % | 0 % oder 10 % | 10 % |
| Niederlande | 10 % | 5 % | 0 % oder 10 % | 5 % oder 10 % |
| Nordmazedonien | 8 % | 8 % | 0 % oder 8 % | 8 % |
| Norwegen | 15 % | 10 % | 10 % | 10 % |
| Österreich | 15 % | 5 % oder 10 % | 10 % | 5 % oder 10 % |
| Rumänien | 10 % | 5 % | 8 % | 10 % |
| San Marino | 10 % | 5 % | 10 % | 5 % oder 10 % |
| Saudi-Arabien | 7 % | 5 % | 7 % | 10 % |
| Schweden | 10 % | 5 % | 8 % | 5 % oder 10 % |
| Schweiz | 15 % | 5 % | 5 % oder 10 % | 5 % oder 10 % |
| Slowakei | 10 % | 8 % | 8 % | 5 % oder 10 % |
| Slowenien | 8 % | 8 % | 8 % | 5 % oder 10 % |
| Spanien | 10 % | 5 % | 8 % | 5 % oder 10 % |
| Tschechien | 8 % | 8 % | 5 % oder 10 % | 10 % |
| Türkei | 12 % | 12 % | 10 % | 10 % |
| Ungarn | 8 % | 8 % | 0 % oder 8 % | 8 % |
| Vereinigte Arabische Emirate | 10 % | 10 % | 7 % | 5 % oder 10 % |
| Vereinigtes Königreich | 15 % | 10 % | 10 % | 5 % oder 10 % |
Mit China, Georgien, dem Iran, Kasachstan, Pakistan, Polen, Russland, Serbien, Tadschikistan, Turkmenistan, der Ukraine, Usbekistan und Vietnam liegen alle vier Sätze bei 10 %. Auf Dividenden zahlen Empfänger aus diesen Staaten wegen des niedrigeren inländischen Satzes trotzdem nur 5 %.
PwC zeigt die Abkommen, die am 1. Januar 2022 in Kraft waren.
Wann die niedrigeren Abkommenssätze greifen
Den niedrigeren Dividendensatz bekommt eine Gesellschaft nur, wenn sie bestimmte Voraussetzungen erfüllt, etwa eine Mindestbeteiligung am Kapital. Bei Zinsen gilt der niedrigere Satz unter anderem für Zahlungen öffentlicher Stellen und für Bankdarlehen.
Bei Lizenzgebühren ist der niedrigere Satz für Patente, Muster und Modelle, Pläne, geheime Formeln und Verfahren, Software und Know-how gedacht. Die genauen Bedingungen stehen im jeweiligen Abkommen.
Zahlungen in Niedrigsteuerländer
Fließt Geld direkt oder indirekt an jemanden in einem Land mit Vorzugsbesteuerung, gilt das als Einkommen aus Aserbaidschan. Darauf fallen 10 % an, die Länderliste wird jedes Jahr neu festgelegt.
Banken und die nationale Post behalten 10 % ein, wenn Inländer Geld auf digitale Geldbörsen für elektronische Zahlungen überweisen. Überweisen Privatpersonen ohne steuerliche Registrierung Geld in ein Niedrigsteuerland, müssen Banken, Zweigstellen ausländischer Banken und die Post ebenfalls Steuer einbehalten.
Anrechnung bei Unternehmen im Land
Erhält ein aserbaidschanisches Unternehmen oder die Betriebsstätte eines Ausländers Zinsen, Lizenzgebühren oder Mieten, von denen schon Quellensteuer abgezogen wurde, darf es diese Steuer berücksichtigen. Es braucht dafür Belege über den Abzug.
So kommen Sie an den Abkommenssatz
Seit dem 1. Juli 2017 lässt sich die Entlastung vorab für alle Einkunftsarten beantragen, auch für aktive Geschäftseinkünfte ohne Betriebsstätte in Aserbaidschan. Früher ging das nur bei Dividenden, Zinsen, Lizenzgebühren und internationaler Schifffahrt.
Der Antrag muss nicht mehr von der ausländischen Steuerbehörde abgesegnet werden. Es reicht eine von ihr bestätigte Ansässigkeitsbescheinigung, also für Sie eine Bescheinigung Ihres deutschen Finanzamts.
Einreichen können Sie den Antrag auch elektronisch, zusätzlich zur Papierfassung. Das Finanzamt kann genehmigte Anträge online an den Zahlenden zurückgeben.
Wie die aserbaidschanische Quellensteuer in Deutschland angerechnet wird, klären wir gern im Erstgespräch für Ihre Beteiligung.
Abgeglichen mit der PwC Worldwide Tax Summary für Aserbaidschan, dort zuletzt aktualisiert am 28. September 2026. Die Angaben ersetzen keine Beratung im Einzelfall.


