Fabian WilkLinkedIn ↗

Steuern & Steuerrecht

Quellensteuern Armenien

Zuletzt geprüft am 13. Oktober 2026

Auf Dividenden an ausländische Gesellschafter behält Armenien 5 % Quellensteuer ein. Das Abkommen mit Deutschland würde 7 % oder 10 % erlauben, es bleibt aber beim niedrigeren armenischen Satz, weil ein Abkommen nur deckelt.

Bei Zinsen und Lizenzgebühren bringt das Abkommen etwas. Statt 10 % zahlen Sie auf Zinsen 5 % und auf Lizenzgebühren 6 %.

Die Sätze im Überblick

Empfänger Dividenden Zinsen Lizenzgebühren
Gebietsfremde ohne Abkommen 5 % 10 % 10 %
Gesellschaften in Deutschland 5 % (nationaler Satz) 5 % 6 %

Weitere Zahlungen an Gebietsfremde haben eigene Sätze.

Zahlung Quellensteuer
Versicherung, Rückversicherung, Transport 5 %
Miete und Pacht für Immobilien 10 %
Veräußerungsgewinne außer aus Wertpapieren 10 %
Veräußerungsgewinne aus Wertpapieren 0 %
Veräußerungsgewinne aus Wertpapieren, die in anderen Organisationen gehalten werden 18 %
Sonstige Einkünfte aus armenischen Quellen, etwa Dienstleistungen 20 %

Die einbehaltene Steuer muss bis zum 20. Tag nach Ende des Quartals beim Fiskus sein, in dem gezahlt wurde. Bis zum selben Tag ist auch die Steuererklärung für die Quellensteuer fällig.

Die Sätze aus den Abkommen

Die Abkommenssätze unterscheiden sich fast überall. Deshalb steht jeder Staat einzeln in der Tabelle.

Staat Dividenden Zinsen Lizenzgebühren
Belarus 10 % / 15 % 10 % 10 %
Belgien 5 % / 15 % 0 % / 10 % 8 %
Bulgarien 5 % / 10 % 5 % / 10 % 5 % / 10 %
China 5 % / 10 % 10 % 10 %
Dänemark 0 % / 5 % / 15 % 0 % / 5 % / 10 % 5 % / 10 %
Deutschland 7 % / 10 % 5 % 6 %
Estland 5 % / 15 % 10 % 10 %
Finnland 5 % / 15 % 5 % 5 % / 10 %
Frankreich 5 % / 15 % 0 % / 10 % 5 % / 10 %
Georgien 5 % / 10 % 10 % 5 %
Griechenland 10 % 10 % 5 %
Hongkong 0 % / 5 % 5 % 5 %
Indien 10 % 10 % 10 %
Indonesien 10 % / 15 % 10 % 5 %
Iran 10 % / 15 % 10 % 5 %
Irland 0 % / 5 % / 15 % 0 % / 5 % / 10 % 5 %
Israel 0 % / 5 % / 15 % 10 % 5 % / 10 %
Italien 5 % / 10 % 10 % 7 %
Kanada 5 % / 15 % 10 % 10 %
Kasachstan 10 % 10 % 10 %
Katar 5 % / 10 % 5 % 5 %
Kirgisistan 10 % 10 % 10 %
Kroatien 0 % / 10 % 10 % 5 %
Kuwait 5 % 5 % 10 %
Lettland 5 % / 15 % 10 % 10 %
Libanon 5 % / 10 % 8 % 5 %
Litauen 5 % / 15 % 10 % 10 %
Luxemburg 5 % / 15 % 0 % / 10 % 5 %
Malta 5 % / 10 % 5 % 5 %
Moldau 5 % / 15 % 10 % 10 %
Niederlande 0 % / 5 % / 15 % 5 % 5 %
Österreich 5 % / 15 % 0 % / 10 % 5 %
Polen 10 % 5 % 10 %
Rumänien 5 % / 10 % 10 % 10 %
Russland 5 % / 10 % 10 % 0 %
Schweden 0 % / 5 % / 15 % 5 % 5 %
Schweiz 5 % / 15 % 10 % 5 %
Serbien 8 % 8 % 8 %
Singapur 0 % / 5 % 5 % 5 %
Slowakei 5 % / 10 % 0 % / 10 % 5 %
Slowenien 5 % / 10 % 10 % 5 %
Spanien 0 % / 10 % 5 % 5 % / 10 %
Syrien 10 % 10 % 12 %
Tadschikistan 10 % 10 % 10 %
Thailand 10 % 10 % 15 %
Tschechien 10 % 0 % / 5 % / 10 % 5 % / 10 %
Turkmenistan 5 % / 15 % 10 % 10 %
Ukraine 5 % / 15 % 10 % 0 %
Vereinigte Arabische Emirate 3 % 0 % 5 %
Vereinigtes Königreich 5 % / 10 % / 15 % 5 % 5 %
Zypern 0 % / 5 % 5 % 5 %

Liegt der Abkommenssatz auf Dividenden über 5 %, zahlen Sie trotzdem nur die nationalen 5 %. Interessant werden die Abkommen bei Dividenden deshalb erst dort, wo sie 0 % vorsehen.

Wann der niedrigere Dividendensatz greift

Mit Deutschland gelten 7 %, wenn eine Kapitalgesellschaft direkt mindestens 25 % hält, sonst 10 %. Mit China, Georgien, Rumänien, Russland, Slowenien, Ungarn und dem Libanon gibt es bei 25 % direkter Beteiligung 5 % statt 10 %.

Estland, Finnland, Lettland, Litauen, Moldau, Turkmenistan und die Ukraine geben die 5 % ebenfalls ab 25 %, sonst sind es 15 %. Indonesien und Iran setzen bei 25 % den Satz von 10 % statt 15 % an.

Österreich, Belgien und Luxemburg verlangen für die 5 % nur 10 % direkte Beteiligung. Frankreich lässt 10 % direkt oder indirekt genügen, die Slowakei 10 % direkt, wenn der Empfänger keine Personengesellschaft ist.

Mit Belarus liegt die Schwelle für 10 % bei 30 % Beteiligung.

Schwellen nach investiertem Kapital

Einige Abkommen schauen auf den Betrag statt auf die Quote. Bulgarien gibt 5 % ab einer direkten Beteiligung von 100.000 US-Dollar, Katar ab einem investierten Kapital über 100.000 US-Dollar.

Kanada verlangt 25 % und mehr als 100.000 US-Dollar. Die Schweiz will 25 % und mehr als 200.000 Franken, Italien 10 % über zwölf Monate mit mindestens 100.000 US-Dollar.

Mit Zypern bleiben Dividenden frei, wenn mindestens 150.000 Euro Eigenkapital investiert sind. Das britische Abkommen gibt 5 % bei 25 % Beteiligung und mindestens 1 Million Pfund Kapital, Einkünfte aus steuerbefreiten Immobilienvehikeln kosten 15 % und alles andere 10 %.

Dividenden ganz ohne Quellensteuer

Mit Kroatien und Spanien fallen 0 % an, wenn die empfangende Gesellschaft in den letzten zwei Kalenderjahren mindestens 25 % gehalten hat und die Dividende in ihrem Staat steuerfrei ist. Sonst sind es 10 %.

Irland und Schweden kennen dieselbe 0-%-Regel, dazu 5 % ab 10 % Beteiligung und 15 % für den Rest. Mit Hongkong reicht für 0 % eine Beteiligung von 10 % über 365 Tage, die den Zahltag einschließen, sonst sind es 5 %.

Die Niederlande geben 5 % ab 10 % Beteiligung. Die 0 % greifen, wenn die ausgeschütteten Gewinne in Armenien normal versteuert wurden und die Dividende beim niederländischen Empfänger steuerfrei ist.

Für Dänemark, Israel, Malta und Singapur nennt PwC die Sätze ohne passende Bedingung.

Zinsen mit Sonderregeln

Mit Österreich und Belgien bleiben Zinsen frei, wenn sie aus Kreditverkäufen von Ausrüstung und Investitionsgütern oder aus Bankdarlehen stammen. Frankreich stellt zusätzlich Kreditverkäufe von Waren und Dienstleistungen frei, Luxemburg nur Bankdarlehen.

Mit Irland und Tschechien sind Staatsschulden und staatlich gestützte Schulden frei, Bankdarlehen kosten 5 % und alles andere 10 %. Bulgarien und Ungarn verlangen 5 % auf Bankdarlehen, die Slowakei stellt nur Staatsschulden frei.

Lizenzgebühren nach Art des Rechts

Mit Bulgarien, Spanien und Tschechien kosten Urheberrechte an Literatur, Kunst und Wissenschaft sowie Film- und Rundfunkrechte 5 %, alles andere 10 %. Frankreich nimmt 5 % für Urheberrechte und 10 % für den Rest.

Finnland dreht die Logik um. Software, Marken, Modelle und Know-how kosten dort 5 %, klassische Urheberrechte einschließlich Filmen 10 %.

Wie sich die armenische Quellensteuer in Deutschland anrechnen lässt, klären wir im Erstgespräch für Ihre konkrete Struktur.

Abgeglichen mit der PwC Worldwide Tax Summary für Armenien, dort zuletzt aktualisiert am 30. Juni 2026. Die Angaben ersetzen keine Beratung im Einzelfall.