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Quellensteuer Türkei

Zuletzt geprüft am 13. Oktober 2026

Hält Ihre deutsche Gesellschaft mindestens 25 % an einer türkischen Gesellschaft, behält die Türkei auf Dividenden 5 % Quellensteuer ein. Das sieht das Doppelbesteuerungsabkommen mit Deutschland vor.

Bei kleinerer Beteiligung bleibt es bei den 15 % nach türkischem Recht. Auf Zinsen und Lizenzgebühren nach Deutschland sind es jeweils 10 %.

Ohne Abkommen kosten Lizenzgebühren 20 % und Zinsen 10 %.

Die Sätze im Überblick

Empfänger Dividenden Zinsen Lizenzgebühren
Ansässige Gesellschaften 0 % nicht aufgeführt nicht aufgeführt
Gebietsfremde ohne Abkommen 15 % 10 % 20 %
Gesellschaften aus Deutschland 5 % ab 25 %, sonst 15 % 10 % 10 %

Die 15 % gelten auch für Privatpersonen, ob ansässig oder nicht. Nur Ausschüttungen an türkische Gesellschaften bleiben frei.

Sieht ein Abkommen mehr als den türkischen Satz vor, gilt der türkische. Bei Dividenden sind das 15 %, bei Zinsen 10 %.

Die Dividendensätze der Abkommen

In vielen Abkommen gilt ein niedrigerer Satz erst ab einer bestimmten Beteiligung. Für alle anderen Fälle steht dort ein höherer Satz, der dann auf die türkischen 15 % begrenzt ist.

Staat Mindestbeteiligung Satz bei Beteiligung Satz sonst
Australien 25 %, voll versteuerte Gewinne 5 % oder 10 % 15 %
Belgien 10 % 15 % 15 %
Finnland 25 % 5 % 15 %
Gambia 10 % 5 % 15 %
Irland 25 % 5 % oder 10 % 15 %
Japan 25 % 10 % 15 %
Luxemburg 25 % 10 % 15 %
Marokko 25 % 7 % 10 %
Neuseeland 25 % 5 % 15 %
Niederlande 25 % 15 % 15 %
Norwegen 20 % 5 % 15 %
Österreich 25 % 5 % 15 %
Saudi-Arabien 20 % 5 % 10 %
Schweiz 20 % 5 % 15 %
Spanien 25 % 5 % 15 %
Sri Lanka 10 % 7,5 % 10 %
Tschad 10 % 10 % 15 %
Tunesien 25 % 12 % 15 %
Vereinigte Arabische Emirate 25 % 10 % 12 %
Vietnam 50 % 5 % 10 % ab 25 %, sonst 15 %

Wie Deutschland bei 5 % ab 25 % und sonst 15 % liegen Ägypten, Albanien, Bosnien und Herzegowina, Kosovo, Mexiko, Portugal sowie Serbien und Montenegro.

Nordmazedonien, Sierra Leone, die Slowakei und Venezuela nehmen 5 % ab 25 % und sonst 10 %.

10 % ab 25 % und sonst 15 % gelten mit Argentinien, Bahrain, Belarus, Brasilien, Bulgarien, Indonesien, Jordanien, Katar, Malaysia, Malta, Moldau, Pakistan, den Philippinen, Polen, Singapur, Südafrika, Thailand, der Ukraine und Ungarn. Libanon und Oman verlangen dafür nur 15 % Beteiligung.

Dänemark, Iran, Korea, Nordzypern, Schweden und das Vereinigte Königreich bleiben auch ab 25 % bei 15 %. Kanada, Frankreich und die Vereinigten Staaten ebenso ab 10 %.

Einen festen Satz ohne Beteiligungsschwelle haben diese Abkommen. 10 % gelten mit Äthiopien, Bangladesch, China, Estland, Georgien, Israel, Jemen, Kambodscha, Kasachstan, Kirgisistan, Kroatien, Kuwait, Lettland, Litauen, der Mongolei, Ruanda, Russland, Slowenien, dem Sudan, Syrien, Tadschikistan, Tschechien, Turkmenistan und Usbekistan.

Algerien und Aserbaidschan verlangen 12 %. Bei 15 % bleibt es mit Griechenland, Indien, Italien und Rumänien.

Bedingungen für den niedrigeren Dividendensatz

Mit Belgien sinkt der Satz auf 10 %, solange belgische Gesellschaften türkische Dividenden steuerfrei erhalten. Für die Niederlande gilt dieselbe Regel.

Österreich gewährt 5 % nur, wenn die Dividende in Österreich steuerfrei ist und eine Kapitalgesellschaft 25 % direkt hält. Irland verlangt 25 % der Stimmrechte, und die 5 % gelten nur für Gewinne, die in der Türkei voll versteuert wurden.

Spanien verlangt ebenfalls voll versteuerte Gewinne der türkischen Tochter. Australien nimmt 5 % bei 25 % Kapital und voll versteuerten Gewinnen, darf aber bis 15 % gehen, wenn Australien die Dividende besteuert.

Japan nimmt 15 % statt 10 %, wenn die türkische Steuer der zahlenden Gesellschaft im Vorjahr unter 40 % ihres Einkommens lag. Neuseeland gewährt 5 % nur, wenn die Dividende im Staat des Empfängers steuerfrei ist.

Die Schweiz senkt auf 5 % ab 20 % Beteiligung, wenn die Schweiz die Dividende über den Beteiligungsabzug oder ähnlich entlastet. Saudi-Arabien gewährt 5 % ab 20 % direkt oder für die Zentralbank und Staatsunternehmen.

Mit Norwegen gelten 5 % auch für den staatlichen Pensionsfonds und den türkischen Sozialversicherungsfonds, sofern die Dividende im Empfängerstaat steuerfrei ist. Die Emirate nehmen 5 %, wenn der Staat oder eine staatliche Einrichtung die Dividende erhält.

Vietnam senkt auf 5 % ab 50 % Beteiligung oder mehr als 10 Millionen US-Dollar Investition.

Zinsen und Lizenzgebühren in den Abkommen

Staat Zinsen Lizenzgebühren
Argentinien 12 % 3 %, 5 % oder 10 %
Brasilien 15 % 10 % oder 15 %
Griechenland 12 % 10 %
Indien 10 % oder 15 % 15 %
Jordanien 10 % 12 %
Kambodscha keine Angabe 10 %
Schweiz 5 % oder 10 % 10 %
Singapur 7,5 % oder 10 % 10 %
Thailand 10 % oder 15 % 15 %
Vereinigte Staaten 10 % oder 15 % 5 % oder 10 %

Wie Deutschland bei je 10 % liegen 56 weitere Abkommen. Das sind Ägypten, Albanien, Algerien, Äthiopien, Aserbaidschan, Australien, Bahrain, Bangladesch, Belarus, Bosnien und Herzegowina, Bulgarien, China, Gambia, Georgien, Indonesien, Iran, Israel, Jemen, Kasachstan, Katar, Kirgisistan, Kosovo, Kroatien, Kuwait, Libanon, Malta, Moldau, die Mongolei, Marokko, Nordmazedonien, Nordzypern, Oman, Pakistan, Polen, Ruanda, Rumänien, Russland, Saudi-Arabien, Serbien und Montenegro, Sierra Leone, die Slowakei, Slowenien, Sri Lanka, Südafrika, der Sudan, Tadschikistan, Tschad, Tschechien, Tunesien, Turkmenistan, die Ukraine, Ungarn, Usbekistan, Venezuela, die Vereinigten Arabischen Emirate und Vietnam.

15 % auf Zinsen und 10 % auf Lizenzgebühren sehen Belgien, Dänemark, Frankreich, Italien, Kanada, Malaysia, Mexiko, Schweden und das Vereinigte Königreich vor. Irland, Japan, Korea, Luxemburg, die Niederlande, Neuseeland, Portugal und Spanien nehmen 10 % oder 15 % auf Zinsen und 10 % auf Lizenzgebühren.

Österreich, Finnland und Norwegen kommen auf 5 %, 10 % oder 15 % bei Zinsen und 10 % bei Lizenzgebühren. Estland, Lettland und Litauen nehmen 10 % auf Zinsen und 5 % oder 10 % auf Lizenzgebühren, die Philippinen und Syrien 10 % und 10 % oder 15 %.

Weil die Türkei bei Zinsen nie mehr als die eigenen 10 % verlangt, bleiben alle höheren Abkommenssätze bei Zinsen Theorie.

Wann Zinsen weniger kosten

Bei Banken und Finanzinstituten gilt meist der niedrigere Satz. Das betrifft Indien, Japan, Singapur mit 7,5 %, Spanien, Thailand und die Vereinigten Staaten, bei Spanien auch Warenkredite.

Korea, Luxemburg, die Niederlande und Portugal knüpfen den niedrigeren Satz an Darlehen über zwei Jahre, Irland an Darlehen über zwei Jahre oder Finanzinstitute.

Österreich, Finnland und die Schweiz nehmen 5 % für staatlich geförderte Exportkredite und 10 % für Banken. Norwegen nimmt 10 % für Banken und 5 % für den staatlichen Pensionsfonds, die Exportkreditgarantie, den türkischen Sozialversicherungsfonds und die Eximbank.

Neuseeland nimmt 10 % für Banken und befreit Zinsen an die Regierungen und Zentralbanken. Mexiko nimmt 10 % für Banken und befreit Zahlungen an die mexikanische Zentralbank und an bestimmte Förderbanken bei Laufzeiten über drei Jahre.

Saudi-Arabien begrenzt auf 10 %. Kanada, Gambia, Kosovo, Oman, Jemen und Vietnam stellen Zinsen an Regierungen und Zentralbanken frei, Gambia auch an die türkische Eximbank.

In der Türkei selbst können Kredite bestimmter Banken und Finanzinstitute nach nationalem Recht mit 0 % belastet sein.

Wann Lizenzgebühren mehr oder weniger kosten

Estland, Lettland, Litauen und die Vereinigten Staaten nehmen 5 % für die Nutzung gewerblicher, kaufmännischer oder wissenschaftlicher Ausrüstung. Bei den USA gelten 10 % für Urheberrechte, Filme, Patente, Marken, Muster, Formeln und Erfahrungswissen.

Brasilien verlangt 15 % für Marken, die Philippinen 15 % für Filme und Bänder für Funk und Fernsehen. Syrien nimmt 15 % für Patente, Marken, Muster, Formeln und Erfahrungswissen und 10 % für Urheberrechte samt Filmen.

Steueroasen

Zahlungen an Gesellschaften in Staaten, die der türkische Ministerrat als schädlichen Steuerwettbewerb einstuft, können 30 % Quellensteuer auslösen. Eine solche Liste hat der Ministerrat bisher aber nicht beschlossen.

Wie die türkische Dividende in Deutschland besteuert wird, klären wir im Erstgespräch für Ihre konkrete Beteiligung.

Abgeglichen mit der PwC Worldwide Tax Summary für die Türkei, dort zuletzt aktualisiert am 9. September 2026. Die Angaben ersetzen keine Beratung im Einzelfall.