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Steuern & Steuerrecht

Quellensteuern Russische Föderation

Sätze zuletzt geprüft am 12. April 2021; eine aktuelle Quelle lag nicht vor.

Nach dem letzten geprüften Stand vom April 2021 begrenzte das Abkommen mit Deutschland die russische Quellensteuer auf Dividenden auf 5 % oder 15 %. Zinsen und Lizenzgebühren an deutsche Empfänger waren frei.

Ohne Abkommen verlangt Russland 15 % auf Dividenden und 20 % auf Zinsen und Lizenzgebühren.

Wir konnten diese Zahlen nicht mit einer aktuellen Quelle abgleichen, PwC führt Russland in seiner Worldwide Tax Summary nicht mehr. Wer heute Zahlungen aus Russland erwartet, sollte die Lage im Einzelfall prüfen lassen.

Abkommen unter Vorbehalt

Russland hat einseitig mehrere Bestimmungen seines Abkommens mit Schweden ausgesetzt. Das belegt die aktuelle PwC-Seite zu Schweden, und Schweden hat das Abkommen daraufhin seit dem 10. Februar 2025 vollständig ausgesetzt.

Ob Ähnliches für das Abkommen mit Deutschland gilt, haben wir nicht aus einer aktuellen Quelle geprüft. Die Abkommenssätze unten geben den Stand von April 2021 wieder.

Die Sätze im Überblick

Empfänger Dividenden Zinsen Lizenzgebühren
Ohne Abkommen 15 % 20 % 20 %
Deutschland (Abkommen, Stand 2021) 5 % / 15 % 0 % 0 %

Die gesetzlichen Sätze

Erzielt eine ausländische Gesellschaft ohne Betriebsstätte in Russland Einkünfte aus russischen Quellen, behält der Zahlende die Steuer ein. Auf Dividenden und Beteiligungserträge an russischen Unternehmen mit Auslandskapital sind es 15 %, auf Frachteinkünfte 10 %.

Lizenzgebühren, Zinsen und bestimmte andere Einkünfte kosten 20 %. Veräußerungsgewinne aus russischen Immobilien oder aus nicht börsennotierten Anteilen an russischen Gesellschaften, deren Vermögen zu mehr als 50 % aus russischen Immobilien besteht, werden mit 20 % der Einnahmen oder 20 % des Gewinns besteuert.

Den Gewinn statt der Einnahmen kann nur zugrunde legen, wer seine Ausgaben ordentlich belegt.

Was frei bleibt

Gewinne aus dem Verkauf bestimmter börsennotierter Wertpapiere russischer Gesellschaften gelten nicht als russische Einkünfte. Darauf fällt keine Quellensteuer an.

Zinsen auf russische Staatspapiere sind ebenfalls frei. Dasselbe gilt für Zinsen auf handelbare Anleihen nach ausländischem Recht und für Zahlungen russischer Gesellschaften, mit denen Eurobond-Kupons über ausländische Zweckgesellschaften bedient werden.

Wie die Abkommensentlastung funktionierte

Der russische Zahlende führt die Steuer ab. Den Abkommenssatz durfte er anwenden, wenn der ausländische Empfänger vor der Zahlung eine Ansässigkeitsbescheinigung vorlegte und wirtschaftlich Berechtigter war.

Eine Genehmigung der russischen Steuerbehörden brauchte es dafür nicht. Abkommen der früheren Sowjetunion erkannte Russland an, bis sie neu verhandelt sind.

Der wirtschaftlich Berechtigte

Mit dem sogenannten Deoffshorisierungsgesetz kam der wirtschaftlich Berechtigte ins russische Steuerrecht. Von ihm hängt ab, ob ein Abkommenssatz gilt.

Einen klaren Prüfmaßstab für den Zahlenden gibt das Gesetz nicht vor. Wer ermäßigte Sätze anwendet, trägt bei jeder Zahlung das Risiko von Nachzahlungen und Strafen.

Der Zahlende muss sich bestätigen lassen, dass der ausländische Empfänger wirtschaftlich berechtigt ist. Kennt er den tatsächlich Berechtigten, darf er durch die Zwischengesellschaft hindurchsehen und das Abkommen mit dessen Staat anwenden.

Sitzt der wirtschaftlich Berechtigte in Russland oder in einem Staat ohne Abkommen, gilt russisches Recht. Unter besonderen Voraussetzungen ist dann ein Nullsatz auf Dividenden möglich.

Die Abkommenssätze, Stand April 2021

Zinsen an Regierungen und staatlich garantierte Zahlungen waren in den meisten Abkommen mit 0 % belastet. Die letzte Spalte nennt, ab welcher Dauer eine Baustelle zur Betriebsstätte wird.

Empfänger Dividenden Zinsen Lizenzgebühren Baustelle als Betriebsstätte ab
Ohne Abkommen 15 % 20 % 20 % keine Angabe
Ägypten 10 % 0 % / 15 % 15 % 6 Monate, Dienstleistungen über 6 Monate in 12 Monaten
Albanien 10 % 10 % 10 % 12 Monate
Algerien 5 % / 15 % 0 % / 15 % 15 % 6 Monate, Dienstleistungen über 3 Monate in 12 Monaten
Argentinien 10 % / 15 % 0 % / 15 % 15 % 6 Monate
Armenien 5 % / 10 % 0 % / 10 % 0 % 12 Monate
Aserbaidschan 10 % 0 % / 10 % 10 % 12 Monate
Australien 5 % / 15 % 10 % 10 % 12 Monate
Belarus 15 % 0 % / 10 % 10 % keine eigene Regel, russisches Recht
Belgien 10 % 0 % / 10 % 0 % 12 Monate
Botswana 5 % / 10 % 0 % / 10 % 10 % 6 Monate
Brasilien 10 % / 15 % 0 % / 15 % 15 % 9 Monate
Bulgarien 15 % 0 % / 15 % 15 % 12 Monate
Chile 5 % / 10 % 15 % 5 % / 10 % 6 Monate
China 5 % / 10 % 0 % 6 % 18 Monate
Dänemark 10 % 0 % 0 % 12 Monate, Bohranlagen über 365 Tage in 18 Monaten
Deutschland 5 % / 15 % 0 % 0 % 12 Monate
Ecuador 5 % / 10 % 0 % / 10 % 10 % / 15 % 10 Monate
Finnland 5 % / 12 % 0 % 0 % 12 Monate, bestimmte Bauarbeiten 18 Monate
Frankreich 5 % / 10 % / 15 % 0 % 0 % 12 Monate
Griechenland 5 % / 10 % 7 % 7 % 9 Monate
Hongkong 0 % / 5 % / 10 % 0 % 3 % 12 Monate
Indien 10 % 0 % / 10 % 10 % 12 Monate, verlängerbar
Indonesien 15 % 0 % / 15 % 15 % 3 Monate
Iran 5 % / 10 % 0 % / 7,5 % 5 % 12 Monate
Irland 10 % 0 % 0 % 12 Monate
Island 5 % / 15 % 0 % 0 % 12 Monate
Israel 10 % 0 % / 10 % 10 % 12 Monate
Italien 5 % / 10 % 10 % 0 % 12 Monate
Japan 5 % / 10 % / 15 % 0 % / 10 % 0 % 12 Monate
Kanada 10 % / 15 % 0 % / 10 % 0 % / 10 % 12 Monate
Kasachstan 10 % 0 % / 10 % 10 % 12 Monate
Katar 5 % 0 % / 5 % 0 % 6 Monate
Kirgisistan 10 % 0 % / 10 % 10 % 12 Monate
Korea (Süd) 5 % / 10 % 0 % 5 % 12 Monate, verlängerbar auf 24
Kroatien 5 % / 10 % 10 % 10 % 12 Monate
Kuba 5 % / 15 % 0 % / 10 % 0 % / 5 % 12 Monate
Kuwait 0 % / 5 % 0 % 10 % 6 Monate, Dienstleistungen über 3 Monate in 12 Monaten
Lettland 5 % / 10 % 0 % / 5 % / 10 % 5 % 9 Monate
Libanon 10 % 0 % / 5 % 5 % 12 Monate
Litauen 5 % / 10 % 0 % / 10 % 5 % / 10 % 9 Monate
Luxemburg 5 % / 15 % 0 % 0 % 12 Monate
Malaysia (Abkommen mit der UdSSR) 15 % 0 % / 15 % 10 % / 15 % 12 Monate, Montage über 6 Monate
Mali 10 % / 15 % 0 % / 15 % 0 % keine eigene Regel, russisches Recht
Malta 5 % / 15 % 5 % / 15 % 5 % 12 Monate
Marokko 5 % / 10 % 0 % / 10 % 10 % 8 Monate
Mexiko 10 % 0 % / 10 % 10 % 6 Monate
Moldau 10 % 0 % 10 % 12 Monate
Mongolei 10 % 0 % / 10 % nach mongolischem Recht 24 Monate
Montenegro 5 % / 15 % 10 % 10 % 18 Monate
Namibia 5 % / 10 % 0 % / 10 % 5 % 9 Monate, Dienstleistungen und Montage über 6 Monate
Neuseeland 15 % 10 % 10 % 12 Monate
Niederlande 5 % / 15 % 0 % 0 % 12 Monate
Nordkorea 10 % 0 % 0 % 12 Monate, Dienstleistungen über 6 Monate in 12 Monaten
Nordmazedonien 10 % 10 % 10 % 12 Monate
Norwegen 10 % 0 % / 10 % 0 % 12 Monate
Österreich 5 % / 15 % 0 % 0 % 12 Monate
Philippinen 15 % 0 % / 15 % 15 % 183 Tage, Dienstleistungen über 183 Tage in 12 Monaten
Polen 10 % 0 % / 10 % 10 % 12 Monate, verlängerbar auf 24
Portugal 10 % / 15 % 0 % / 10 % 10 % 12 Monate
Rumänien 15 % 0 % / 15 % 10 % 12 Monate
Saudi-Arabien 0 % / 5 % 0 % / 5 % 10 % 6 Monate, Dienstleistungen über 6 Monate in 12 Monaten
Tschechien 10 % 0 % 10 % 12 Monate, Dienstleistungen über 6 Monate in 12 Monaten
Ungarn 10 % 0 % 0 % 12 Monate
Zypern 5 % / 15 % 0 % / 5 % / 15 % 0 % 12 Monate

Die ursprüngliche Übersicht von 2021 war an dieser Stelle unvollständig. Abkommen mit weiteren Staaten, etwa der Schweiz, Spanien oder den Vereinigten Staaten, fehlen darin, und wir haben keine Zahlen ergänzt, die wir nicht belegen können.

Bedingungen für die niedrigeren Dividendensätze

Viele Abkommen gewähren den niedrigeren Satz nur ab einer direkten Beteiligung von 10 %, 15 %, 20 %, 25 % oder 30 %. Oft kommt eine Mindestinvestition hinzu, je nach Abkommen etwa 75.000 USD, 100.000 USD, 80.000 EUR, 75.000 oder 100.000 ECU oder 200.000 CHF.

Bei Australien waren es 10 % des Kapitals und eine Investition von mindestens 700.000 AUD. Bei Kuwait, Saudi-Arabien und Hongkong hing der Nullsatz an mindestens 15 % der Stimmrechte über 365 Tage.

Mit Zypern und Luxemburg hat Russland geänderte Abkommen ratifiziert, mit Malta stand die Ratifizierung 2021 bevor. Dividenden und Zinsen sollten darin höchstens 15 % kosten, mit Ausnahmen von 5 % oder 0 %, und Lizenzgebühren 0 % bleiben, bei Malta 5 %.

Die Änderung mit Zypern gilt seit dem 1. Januar 2021, die mit Malta und Luxemburg sollte ab 2022 gelten. Das Abkommen mit den Niederlanden wollte Russland kündigen, 2021 galt es noch.

Das multilaterale Instrument

Russland hat das multilaterale Instrument gegen Gewinnverlagerung für 71 Abkommen ratifiziert. Seit dem 1. Januar 2021 wirkte es bei 27 Abkommen für alle Steuern und bei sieben weiteren zunächst nur für Quellensteuern, ab 2022 dort ebenfalls für alle Steuern.

Für alle Steuern galt es bei Australien, Belgien, Dänemark, Finnland, Frankreich, Indien, Irland, Island, Israel, Kanada, Katar, Lettland, Litauen, Luxemburg, Malta, den Niederlanden, Neuseeland, Norwegen, Österreich, Polen, Serbien, Singapur, der Slowakei, Slowenien, der Ukraine, den Vereinigten Arabischen Emiraten und dem Vereinigten Königreich. Nur für Quellensteuern bei Indonesien, Kasachstan, Korea, Portugal, Saudi-Arabien, Tschechien und Zypern.

Die meisten Partnerstaaten haben den Hauptzweck-Test gewählt. Abkommensvorteile entfallen danach, wenn ihr Erhalt einer der Hauptzwecke einer Gestaltung war.

Der ermäßigte Dividendensatz setzt zusätzlich eine Haltedauer von 365 Tagen voraus. Gewinne aus Anteilen an Immobiliengesellschaften darf der Belegenheitsstaat besteuern, wenn die Anteile in den 365 Tagen vor dem Verkauf zu mehr als 50 % ihren Wert aus dortigen Immobilien bezogen.

Doppelbesteuerung beseitigt Russland in den meisten Abkommen durch Anrechnung.

Ob Sie heute auf ein Abkommen setzen können, prüfen wir gern im Erstgespräch, zusammen mit der deutschen Seite.

Die Angaben beruhen auf der PwC Worldwide Tax Summary für die Russische Föderation mit Stand 12. April 2021. Eine aktuelle Fassung lag nicht vor. Die Angaben ersetzen keine Beratung im Einzelfall.