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Steuern & Steuerrecht

Quellensteuern Uruguay

Zuletzt geprüft am 13. Oktober 2026

Hält Ihre deutsche Gesellschaft mindestens 10 % an einer Gesellschaft in Uruguay, behält Uruguay auf die Dividende 5 % Quellensteuer ein. Bei kleineren Beteiligungen bleibt es bei den gesetzlichen 7 %.

Das Doppelbesteuerungsabkommen mit Deutschland erlaubt zwar bis zu 15 %. Uruguay wendet aber immer den niedrigeren Satz an, und das eigene Recht sieht auf Dividenden nur 7 % vor.

Alle anderen Einkünfte Gebietsfremder aus Uruguay kosten bis zu 12 % auf den Bruttobetrag, solange sie nicht über eine Betriebsstätte im Land laufen. Die Steuer wird fast immer an der Quelle einbehalten.

Die Sätze im Überblick

Empfänger Dividenden Zinsen Lizenzgebühren
Gebietsfremde ohne Abkommen 0 % oder 7 % 0 %, 7 % oder 12 % 0 % oder 12 %
Empfänger in Niedrig- oder Nullsteuergebieten 25 % 25 % 25 %
Gesellschaften in Deutschland 5 % oder 7 % 0 % oder 10 % 10 %

Die Höchstsätze der Abkommen

Die Abkommen legen Obergrenzen fest. Liegt eine Obergrenze über dem uruguayischen Satz, gilt der niedrigere Satz nach nationalem Recht.

Staat Dividenden Zinsen Lizenzgebühren
Belgien 5 % oder 15 % 0 % oder 10 % 10 %
Brasilien 10 % oder 15 % 15 % 10 % oder 15 %
Chile 5 % oder 15 % 4 % oder 15 % 10 %
Deutschland 5 % oder 15 % 0 % oder 10 % 10 %
Ecuador 10 % oder 15 % 15 % 10 % oder 15 %
Finnland 5 % oder 15 % 0 % oder 10 % 5 % oder 10 %
Indien 5 % 0 % oder 10 % 10 %
Italien 5 % oder 15 % 0 % oder 10 % 10 %
Japan 5 % oder 10 % 0 % oder 10 % 10 %
Liechtenstein 5 % oder 10 % 0 % oder 10 % 10 %
Luxemburg 5 % oder 15 % 0 % oder 10 % 5 % oder 10 %
Malta 5 % oder 15 % 10 % 5 % oder 10 %
Mexiko 5 % 0 % oder 10 % 10 %
Paraguay 15 % 15 % 15 %
Portugal 5 % oder 10 % 10 % 10 %
Rumänien 5 % oder 10 % 0 % oder 10 % 10 %
Schweiz 5 % oder 15 % 0 % oder 10 % 10 %
Singapur 5 % oder 10 % 0 % oder 10 % 5 % oder 10 %
Spanien 0 % oder 5 % 0 % oder 10 % 5 % oder 10 %
Südkorea 5 % oder 15 % 0 % oder 10 % 10 %
Ungarn 15 % 15 % 15 %
Vereinigte Arabische Emirate 5 % oder 7 % 0 % oder 10 % 5 % oder 10 %
Vereinigtes Königreich 5 % oder 15 % 0 % oder 10 % 10 %
Vietnam 5 % oder 10 % 10 % 10 %

Wo zwei Lizenzsätze stehen, hängt der Satz von der Art der Lizenz ab.

Ab welcher Beteiligung der niedrige Dividendensatz greift

Wie bei Deutschland reichen 10 % Kapitalbeteiligung einer Gesellschaft auch bei Belgien, Luxemburg, Singapur und dem Vereinigten Königreich. Italien verlangt ebenfalls 10 %, schließt aber Personengesellschaften aus, Japan und Liechtenstein lassen jede Einheit außer Privatpersonen zu.

25 % braucht eine Gesellschaft bei Chile, Finnland, Malta, Portugal und der Schweiz für 5 %. Rumänien verlangt 25 % und schließt Personengesellschaften aus, Ecuador verlangt 25 % direkt gehalten und senkt dann nur auf 10 %.

Südkorea gewährt 5 % ab 20 %. Brasilien senkt auf 10 %, wenn der Empfänger in den 365 Tagen vor der Ausschüttung mindestens 25 % gehalten hat.

Bei Spanien sind es höchstens 5 % und 0 % ab 75 % Beteiligung. Vietnam senkt auf 5 % erst ab 70 %, die Emirate begrenzen grundsätzlich auf 7 % und in einigen Sonderfällen auf 5 %.

Dividenden nach uruguayischem Recht

Die 7 % gelten für Dividenden aus steuerpflichtigem Gewinn einer körperschaftsteuerpflichtigen Gesellschaft. Auch Gewinne aus steuerfreien Einkünften können unter bestimmten Voraussetzungen belastet sein.

Werden Gewinne nicht ausgeschüttet, kann nach drei Jahren trotzdem die Dividenden-Quellensteuer von 7 % fällig werden.

Zinsen

Zinsen auf Einlagen in uruguayischen Pesos kosten je nach Laufzeit zwischen 0,5 % und 10 %. Bei Fremdwährungseinlagen mit mehr als einem Jahr Laufzeit sind es 7 % bis 12 %.

Zinsen auf Staatsanleihen bleiben steuerfrei.

Technische Dienstleistungen aus dem Ausland

Uruguay besteuert grundsätzlich nur Einkünfte aus uruguayischen Quellen. Beratung, Management und technische Verwaltung, die ein Gebietsfremder im Ausland für einen Kunden in Uruguay erbringt, gelten trotzdem als uruguayisch, wenn sie mit steuerpflichtigen Einkünften des Kunden zusammenhängen.

Macht das steuerpflichtige Einkommen des Kunden höchstens 10 % seiner gesamten Einkünfte aus, werden nur 5 % des Honorars belastet. Effektiv sind das 0,6 %.

Hat der Kunde gar keine steuerpflichtigen Einkünfte, bleibt die Zahlung frei.

Niedrigsteuergebiete und Fristen

Gesellschaften, die in einem Niedrig- oder Nullsteuergebiet ansässig sind oder dort ihren Sitz haben, zahlen 25 %. Der Zahler meldet und zahlt die einbehaltene Steuer im Monat nach dem Einbehalt.

Wie die 5 % oder 7 % aus Uruguay in Deutschland angerechnet werden, klären wir im Erstgespräch für Ihre konkrete Beteiligung.

Abgeglichen mit der PwC Worldwide Tax Summary für Uruguay, dort zuletzt aktualisiert am 2. September 2026. Die Angaben ersetzen keine Beratung im Einzelfall.