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Quellensteuern Tschechische Republik

Zuletzt geprüft am 13. Oktober 2026

Tschechien behält auf Dividenden an eine deutsche Muttergesellschaft 5 % Quellensteuer ein. Zinsen gehen laut Doppelbesteuerungsabkommen ganz ohne Abzug nach Deutschland, auf Lizenzgebühren fallen 5 % an.

Ohne Abkommen gilt ein Regelsatz von 15 %. Empfänger in Staaten außerhalb von EU und EWR, mit denen Tschechien weder ein wirksames Doppelbesteuerungs- noch ein Auskunftsabkommen hat, zahlen 35 %.

Innerhalb der EU entfällt die Quellensteuer auf Zinsen und Lizenzgebühren oft ganz. Tschechien hat die EU-Zins- und Lizenzgebührenrichtlinie ins eigene Recht übernommen.

Die Sätze im Überblick

Empfänger Dividenden Zinsen Lizenzgebühren
Ansässige Gesellschaften 15 % 0 % 0 %
Ansässige Privatpersonen 15 % 0 % 0 %
Gebietsfremde ohne Abkommen 15 % oder 35 % 15 % oder 35 % 15 % oder 35 %
Gesellschaften in Deutschland 5 % oder 15 % 0 % 5 %

Die Übersicht gibt einen ersten Anhaltspunkt. Jedes Abkommen definiert Dividenden, Zinsen und Lizenzgebühren etwas anders, im Einzelfall zählt der genaue Wortlaut.

Abkommen mit gleichen Sätzen

Je 10 % auf Dividenden und Lizenzgebühren sowie 0 % oder 10 % auf Zinsen gelten für Äthiopien, Bulgarien, Indien, Jordanien, Kasachstan, Marokko, Mexiko, Mongolei, Nordkorea, Ruanda, San Marino, Türkei, Turkmenistan und Vietnam.

5 % oder 15 % auf Dividenden, 0 % oder 10 % auf Zinsen und 10 % auf Lizenzgebühren zahlen Empfänger aus Estland, Kanada, Lettland, Litauen und Pakistan.

Bei Irland, Island, Nordmazedonien, Südafrika und Ungarn sind es 5 % oder 15 % auf Dividenden, 0 % auf Zinsen und 10 % auf Lizenzgebühren.

Bahrain, Hongkong, Kroatien und Saudi-Arabien kommen mit 5 % auf Dividenden, 0 % auf Zinsen und 10 % auf Lizenzgebühren aus.

Für das Kosovo, die Slowakei, die Vereinigten Staaten und das Vereinigte Königreich gelten 5 % oder 15 % auf Dividenden, 0 % auf Zinsen und 0 % oder 10 % auf Lizenzgebühren.

Albanien, Slowenien und die Ukraine haben 5 % oder 15 % auf Dividenden, 0 % oder 5 % auf Zinsen und 10 % auf Lizenzgebühren.

Montenegro, Serbien und Taiwan liegen bei 10 % auf Dividenden, 0 % oder 10 % auf Zinsen und 5 % oder 10 % auf Lizenzgebühren.

Alle übrigen Abkommen

Staat Dividenden Zinsen Lizenzgebühren
Ägypten 5 % oder 15 % 0 % oder 15 % 15 %
Andorra 5 % oder 10 % 0 % 5 % oder 10 %
Armenien 10 % 0 %, 5 % oder 10 % 5 % oder 10 %
Aserbaidschan 8 % 0 %, 5 % oder 10 % 10 %
Australien 5 % oder 15 % 10 % 10 %
Bangladesch 10 % oder 15 % 0 % oder 10 % 10 %
Barbados 5 % oder 15 % 0 % oder 5 % 5 % oder 10 %
Belarus ausgesetzt ausgesetzt 5 %
Belgien 5 % oder 15 % 0 % oder 10 % 0 % oder 5 %
Bosnien 5 % 0 % 0 % oder 10 %
Botswana 5 % 0 % oder 7,5 % 7,5 %
Brasilien 15 % 0 %, 10 % oder 15 % 15 % oder 25 %
Chile 15 % 4 % oder 10 % 5 % oder 10 %
China 5 % oder 10 % 0 % oder 7,5 % 10 %
Dänemark 0 % oder 15 % 0 % 0 % oder 10 %
Deutschland 5 % oder 15 % 0 % 5 %
Finnland 5 % oder 15 % 0 % 0 %, 1 %, 5 % oder 10 %
Frankreich 0 % oder 10 % 0 % 0 %, 5 % oder 10 %
Georgien 5 % oder 10 % 0 % oder 8 % 0 %, 5 % oder 10 %
Ghana 6 % 0 % oder 10 % 8 %
Griechenland nationaler Satz 0 % oder 10 % 0 % oder 10 %
Indonesien 10 % oder 15 % 0 % oder 12,5 % 12,5 %
Iran 5 % 0 % oder 5 % 8 %
Israel 5 % oder 15 % 0 % oder 10 % 5 %
Italien 15 % 0 % 0 % oder 5 %
Japan 10 % oder 15 % 0 % oder 10 % 0 % oder 10 %
Kamerun 10 % 10 % 10 %
Katar 0 %, 5 % oder 10 % 0 % 10 %
Kirgisistan 5 % oder 10 % 0 % oder 5 % 10 %
Kolumbien 5 %, 15 % oder 25 % 0 % oder 10 % 10 %
Kuwait 0 % oder 5 % 0 % 10 %
Libanon 5 % 0 % 5 % oder 10 %
Liechtenstein 0 % oder 15 % 0 % 0 % oder 10 %
Luxemburg 0 % oder 10 % 0 % 0 % oder 10 %
Malaysia 10 % 0 % oder 12 % 12 %
Malta 5 % 0 % 5 %
Moldau 5 % oder 15 % 5 % 10 %
Neuseeland 15 % 0 % oder 10 % 10 %
Niederlande 0 % oder 10 % 0 % 5 %
Nigeria 12,5 % oder 15 % 0 % oder 15 % 15 %
Norwegen 0 % oder 15 % 0 % 0 %, 5 % oder 10 %
Österreich 0 % oder 10 % 0 % 0 % oder 5 %
Panama 10 % 0 %, 5 % oder 10 % 10 %
Philippinen 10 % oder 15 % 0 % oder 10 % 10 % oder 15 %
Polen 5 % 0 % oder 5 % 10 %
Portugal 10 % oder 15 % 0 % oder 10 % 10 %
Rumänien 10 % 0 % oder 7 % 10 %
Russland ausgesetzt ausgesetzt ausgesetzt
Schweden 0 % oder 10 % 0 % 0 % oder 5 %
Schweiz 0 % oder 15 % 0 % 5 % oder 10 %
Senegal 5 % oder 10 % 0 % oder 10 % 10 %
Singapur 5 % 0 % 0 %, 5 % oder 10 %
Spanien 5 % oder 15 % 0 % 0 % oder 5 %
Sri Lanka 7,5 % oder 10 % 0 % oder 5 % 10 %
Südkorea 5 % 0 % oder 5 % 0 % oder 10 %
Syrien 10 % 0 % oder 10 % 12 %
Tadschikistan 5 % 0 % oder 7 % 10 %
Thailand 10 % 0 % oder 10 % 5 %, 10 % oder 15 %
Tunesien 10 % oder 15 % 12 % 5 % oder 15 %
Usbekistan 5 % oder 10 % 0 % oder 5 % 10 %
Venezuela 5 % oder 10 % 0 % oder 10 % 12 %
Vereinigte Arabische Emirate 0 % oder 5 % 0 % 10 %
Zypern 0 % oder 5 % 0 % 0 % oder 10 %

Wann der niedrigere Satz greift

Nennt ein Abkommen zwei Dividendensätze, bekommt den niedrigeren meist eine Gesellschaft, die direkt einen Mindestanteil am Kapital oder an den Stimmrechten der ausschüttenden Gesellschaft hält. Wie hoch dieser Anteil sein muss, regelt jedes Abkommen selbst.

Bei Zinsen ist der niedrigere Satz meist für den Staat, die Zentralbank oder staatliche Einrichtungen reserviert. Bei Lizenzgebühren betrifft er überwiegend kulturelle Lizenzen.

Steuerfreie Zinsen nach tschechischem Recht

Zinsen aus tschechischen Staatsanleihen sind steuerfrei. Das gilt auch für Anleihen, die tschechische Gesellschaften im Ausland nach ausländischem Recht begeben, solange der Anleihegläubiger nicht mit dem Emittenten verbunden ist.

Abkommen ohne Vorabgenehmigung

Die tschechische Gesellschaft darf den Abkommenssatz in den meisten Fällen direkt anwenden, eine Genehmigung der Finanzverwaltung braucht sie nicht. Sie muss aber belegen können, dass sie es zu Recht getan hat.

Dafür reichen in der Regel eine Ansässigkeitsbescheinigung des Empfängers und dessen Bestätigung, dass ihm die Einkünfte wirtschaftlich zustehen.

Schweiz, Taiwan und Montenegro

Erhebt die Schweiz selbst keine Quellensteuer auf Lizenzgebühren an tschechische Empfänger, senkt Tschechien seinen Satz im Gegenzug von 10 % auf 5 %. Mit Taiwan gibt es kein Abkommen, die Sätze stehen stattdessen in einem eigenen tschechischen Gesetz.

Für Montenegro galt bis Ende 2025 das alte Abkommen mit Serbien und Montenegro. Seit 2026 gibt es ein eigenes Abkommen, die Sätze sind gleich geblieben.

Russland und Belarus

Russland hat am 11. August 2023 große Teile des Abkommens mit Tschechien ausgesetzt, Tschechien hat am 29. September 2023 nachgezogen. In der Tabelle steht das Abkommen deshalb als ausgesetzt.

Belarus hat die Artikel zu Dividenden, Zinsen und Veräußerungsgewinnen vom 1. Juni 2024 bis zum 31. Dezember 2026 ausgesetzt. Tschechien macht es für denselben Zeitraum genauso.

Weitere Zahlungen an Gebietsfremde

Quellensteuer fällt auch auf Vergütungen für Dienstleistungen an, die ein Gebietsfremder in Tschechien erbringt. Dasselbe gilt für Schenkungen und andere unentgeltliche Zuwendungen, sofern kein Abkommen etwas anderes bestimmt.

Ob für Ihre Gesellschaft der Satz von 5 % oder die EU-Befreiung greift und was davon in Deutschland übrig bleibt, klären wir im Erstgespräch.

Abgeglichen mit der PwC Worldwide Tax Summary für Tschechische Republik, dort zuletzt aktualisiert am 27. Juli 2026. Die Angaben ersetzen keine Beratung im Einzelfall.