Zuletzt geprüft am 13. Oktober 2026
Schüttet eine Gesellschaft im Tschad an Sie aus, gehen 20 % der Dividende als Quellensteuer an den Fiskus. Ein Doppelbesteuerungsabkommen mit Deutschland, das diesen Satz senken könnte, gibt es nicht.
Für Zinsen und die meisten anderen Zahlungen an Empfänger außerhalb Zentralafrikas sind es sogar 25 %.
Der Tschad hat nur ein einziges Steuerabkommen. Es gilt für die Mitgliedstaaten der Zentralafrikanischen Wirtschafts- und Währungsgemeinschaft CEMAC, also Kamerun, die Zentralafrikanische Republik, Gabun, Äquatorialguinea, die Republik Kongo und den Tschad selbst.
Die Sätze im Überblick
| Empfänger | Dividenden | Zinsen | Lizenzgebühren |
|---|---|---|---|
| Ansässige im Tschad | 20 % | 0 % | keine Angabe |
| Gesellschaften aus dem CEMAC-Raum | 20 % | 5 % | 7,5 % |
| Privatpersonen aus dem CEMAC-Raum | 20 % | 5 % | 20 % |
| Empfänger außerhalb der CEMAC, auch aus Deutschland | 20 % | 25 % | 25 %, bei Erdölprojekten 12,5 % |
Die Spalte Lizenzgebühren zeigt für Empfänger aus dem Ausland den allgemeinen Satz auf Einkünfte Gebietsfremder. Eine eigene Regel nur für Lizenzgebühren gibt es lediglich bei Erdölprojekten.
Dividenden und Veräußerungsgewinne
Auf Dividenden und auf Veräußerungsgewinne behält der Tschad einheitlich 20 % ein. Ob der Empfänger im Land sitzt oder im Ausland, spielt keine Rolle.
Zinsen und Anleihen
Zinsen an Empfänger außerhalb der CEMAC kosten 25 % Quellensteuer. Kommt der tatsächliche Empfänger aus dem CEMAC-Raum, sind es 5 %, an Ansässige im Tschad wird gar nichts einbehalten.
Bei Namensschuldverschreibungen und Inhaber-Genussscheinen gelten für die Zinsen 20 %.
Einkünfte von Gebietsfremden
Wer außerhalb der CEMAC sitzt und im Tschad Geld verdient, verliert davon 25 % an der Quelle. Gesellschaften mit Steuersitz im CEMAC-Raum zahlen 7,5 %, Privatpersonen von dort 20 %.
Öffentliche Aufträge mit Auslandsfinanzierung
Den niedrigsten Satz von 12,5 % gibt es für Berater, Agenten und Unternehmen, die einen aus dem Ausland finanzierten öffentlichen Auftrag ausführen. Für Dividenden und Zinsen gilt er nicht.
Bei Erdölprojekten greifen die 12,5 % auch für Lizenzgebühren an Gebietsfremde.
Handel, Mieten und Mobilfunk
Wer Waren im Groß- oder Einzelhandel kauft oder verkauft, trägt 4 % Quellensteuer, auch auf Importe. Gesellschaften mit mehr als einem Gesellschafter, die ihre Steuern regelmäßig zahlen, können eine Aussetzung beantragen, die alle drei Monate verlängert werden muss.
Auf Mieten fallen 15 % an, wenn der Vermieter im Tschad ansässig ist, und 20 %, wenn er im Ausland sitzt. Die gleichen Sätze gelten für vermietete Ausrüstung von Privatpersonen, und zwar auf den vollen Betrag einschließlich großer Reparaturen, die der Mieter ohne Abzug vom Mietpreis übernimmt.
Zusammenschaltungsentgelte, die Mobilfunkanbieter an Gesellschaften im Ausland zahlen, kosten 25 %.
Das CEMAC-Abkommen
Das Abkommen weist jede Einkunft genau einem Staat zur Besteuerung zu. Dienstleistungen versteuert nur der Staat, in dem der Empfänger sitzt, im Zahlerstaat fällt dann keine Quellensteuer an.
Dividenden und Zinsen aus Wertpapieren besteuert nach dem Abkommen nur der Staat, aus dem die Ausschüttung stammt.
Lohnsteuer behält der Arbeitgeber jeden Monat ein, wie in Deutschland.
Wie sich die 20 % aus dem Tschad auf Ihre Steuer in Deutschland auswirken, rechnen wir im Erstgespräch für Ihre konkrete Beteiligung durch.
Abgeglichen mit der PwC Worldwide Tax Summary für Tschad, dort zuletzt aktualisiert am 12. August 2024. Die Angaben ersetzen keine Beratung im Einzelfall.


