Fabian WilkLinkedIn ↗

Steuern & Steuerrecht

Quellensteuern Nigeria

Zuletzt geprüft am 13. Oktober 2026

Dividenden, Zinsen und Lizenzgebühren aus Nigeria an eine deutsche Gesellschaft verlieren 10 % Quellensteuer. Ein Doppelbesteuerungsabkommen zwischen Deutschland und Nigeria gibt es nicht.

Auch Beratungs-, Management- und technische Honorare an gebietsfremde Gesellschaften kosten 10 %. Für ausländische Dienstleister ist diese Steuer endgültig.

Die Sätze im Überblick

Empfänger Dividenden Zinsen Lizenzgebühren
Ansässige Gesellschaften 10 % 10 % 10 %
Ansässige Privatpersonen 10 % 10 % 5 %
Gebietsfremde Gesellschaften 10 % 10 % 10 %
Gebietsfremde Privatpersonen 10 % 10 % 5 %
Empfänger in Deutschland 10 % 10 % 10 % (Privatpersonen 5 %)

Weitere Zahlungen mit Abzug

Nigeria unterscheidet zwischen Gesellschaften und Privatpersonen und zwischen Ansässigen und Gebietsfremden. Bei vielen Leistungen zahlen Gebietsfremde mehr als Ansässige.

Zahlung Ansässige Gesellschaft Gebietsfremde Gesellschaft Ansässige Privatperson Gebietsfremde Privatperson
Miete, Leasing, Mietkauf 10 % 10 % 10 % 10 %
Provisionen, Beratung, technische, Management- und Berufshonorare 5 % 10 % 5 % 10 %
Warenlieferungen durch Händler 2 % entfällt 2 % entfällt
Kolokation und Funkmasten 2 % 5 % 2 % 5 %
Sonstige Dienstleistungen 2 % 5 % 2 % 5 %
Bau von Straßen, Brücken, Gebäuden und Kraftwerken 2 % 5 % 2 % 5 %
Sonstige Bauleistungen 5 % 10 % 5 % 10 %
Maklergebühren 5 % 10 % 5 % 10 %
Direktorenhonorare entfällt entfällt 15 % 20 %
Abfindungen entfällt entfällt 10 % 10 %
Künstler und Sportler entfällt 15 % entfällt 15 %
Gewinne aus Lotterie, Glücksspiel und Shows entfällt entfällt 5 % 15 %

Kleine Unternehmen müssen keine Quellensteuer abziehen, wenn das Geschäft unter 2 Millionen NGN liegt und der Lieferant eine gültige Steuernummer hat.

Fristen und Strafen

Die einbehaltene Steuer muss bis zum 21. des Folgemonats angemeldet werden. Bei Geschäften zwischen verbundenen Personen entsteht die Abzugspflicht mit der Zahlung oder schon mit Erfassung der Verbindlichkeit, je nachdem, was früher ist.

Lieferanten ohne Steuernummer zahlen den doppelten Satz, höchstens 20 %. Für passive Einkünfte wie Dividenden gilt das nicht.

Wer nicht abzieht, zahlt 40 % des fehlenden Betrags als Strafe. Wer abzieht, aber nicht abführt, zahlt 10 % plus Zinsen zum Leitzins der Zentralbank.

Unternehmen melden monatlich elektronisch alle Lieferanten mit Steuernummer, Adresse, Art des Geschäfts, abgezogener Steuer und Rechnungsnummer. Für jeden Abzug stellen sie eine Steuergutschrift aus.

Die Abkommenssätze

Staat Dividenden Zinsen Lizenzgebühren Management und Technik
China 7,5 % 7,5 % 7,5 % 10 %
Schweden 7,5 % 7,5 % 7,5 % 10 %
Singapur 7,5 % 7,5 % 7,5 % 10 %
Spanien 7,5 % 7,5 % 7,5 % 10 %
Südafrika 7,5 % 7,5 % 7,5 % 10 %
Südkorea 7,5 % 7,5 % 7,5 % 10 %

Bei 10 % auf alles bleibt es mit Belgien, Frankreich, Kanada, den Niederlanden, Pakistan, den Philippinen, Rumänien, der Slowakei, Tschechien und dem Vereinigten Königreich. Diese Abkommen bringen also keine Ermäßigung gegenüber dem nigerianischen Recht.

Das Abkommen mit Südkorea wird noch ratifiziert. Mit Kenia, Mauritius und Polen gibt es Abkommen, die das nigerianische Parlament nicht ratifiziert hat.

Das ECOWAS-Abkommen

Für die westafrikanischen ECOWAS-Staaten führt PwC 10 % auf Dividenden, Zinsen, Lizenzgebühren und Honorare. Das betrifft Benin, Burkina Faso, die Elfenbeinküste, Gambia, Ghana, Guinea-Bissau, Guinea, Kap Verde, Liberia, Mali, Niger, Senegal, Sierra Leone und Togo.

Nigeria hat das Abkommen ratifiziert, die anderen Staaten noch nicht. Es ist deshalb noch nicht in Kraft.

Ohne Abkommen hängt die Entlastung allein am deutschen Steuerrecht. Wie die 10 % aus Nigeria bei Ihnen angerechnet werden, klären wir im Erstgespräch.

Abgeglichen mit der PwC Worldwide Tax Summary für Nigeria, dort zuletzt aktualisiert am 29. Mai 2026. Die Angaben ersetzen keine Beratung im Einzelfall.