Zuletzt geprüft am 13. Oktober 2026
Schüttet eine kenianische Gesellschaft an Sie in Deutschland aus, behält Kenia 15 % Quellensteuer ein. Derselbe Satz gilt laut Abkommen für Zinsen, Lizenzgebühren und Management- oder Beratungshonorare.
Ohne das Abkommen wären es bei Lizenzgebühren und Honoraren 20 %. Bei Dividenden und Zinsen bringt das DBA dagegen keinen Vorteil, die nationalen 15 % gelten ohnehin.
Für Gebietsfremde ist die kenianische Quellensteuer endgültig. Eine Veranlagung in Kenia folgt nicht.
Die Sätze im Überblick
| Empfänger | Dividenden | Zinsen | Lizenzgebühren |
|---|---|---|---|
| Ansässige, Beteiligung ab 12,5 % der Stimmrechte | befreit | 15 % (Regelfall) | 5 % |
| Ansässige, Beteiligung unter 12,5 % | 5 % | 15 % (Regelfall) | 5 % |
| Gebietsfremde ohne Abkommen | 15 % | 15 % (Regelfall) | 20 % |
| Deutschland laut DBA | 15 % | 15 % | 15 % |
Dividenden von Unternehmen, Entwicklern und Betreibern in Sonderwirtschaftszonen sind für alle Empfänger steuerfrei.
Zinsen im Detail
Bei Zinsen kommt es auf das Papier an. Inhaberpapiere kosten 25 %, Staatsanleihen auf den Inhaber mit mindestens zwei Jahren Laufzeit 15 %, jeweils für Ansässige und Gebietsfremde.
Inhaberanleihen, die außerhalb Kenias begeben wurden und mindestens zwei Jahre laufen, werden mit 7,5 % belastet. Alle übrigen Zinsen kosten 15 %.
Nur für Ansässige gibt es weitere Sätze. Inhaberanleihen ab zehn Jahren Laufzeit kosten 10 %, Wohnungsbauanleihen ebenfalls 10 %, und bei begünstigten Zinsen gelten 20 % auf Inhaberpapiere und 15 % auf den Rest.
Weitere Zahlungen an Gebietsfremde
| Zahlung | Ansässige | Gebietsfremde |
|---|---|---|
| Management- und Beratungshonorare | 5 % | 20 % |
| Beratung durch Bürger der Ostafrikanischen Gemeinschaft | 5 % | 15 % |
| Schulungen samt Nebenkosten | 5 % | 20 % |
| Vertragsentgelte | 3 % | 20 % |
| Verkaufsförderung, Marketing, Werbung | 5 % | 20 % |
| Warentransport, außer Luft- und Seefracht | 20 % | |
| Versicherungs- und Rückversicherungsprämien | 5 % | |
| Miete für Immobilien | 30 % | |
| Miete und Leasing für andere Güter | 15 % | |
| Mieteinnahmen über behördlich bestellte Agenten | 7,5 % | |
| Renten und Pensionen | je nach Betrag | 5 % |
| Glücksspiel- und Wettgewinne | 20 % | 20 % |
| Verkauf von Grundstücken oder Anteilen an Öl-, Bergbau- oder Explorationsgesellschaften | 10 % | 20 % |
| Digitale Inhalte und Zahlungen über digitale Plattformen | 5 % | 20 % |
| Warenlieferungen an öffentliche Stellen | 0,5 % | 5 % |
| Verkauf von Altmetall | 1,5 % | 1,5 % |
Bürger der Ostafrikanischen Gemeinschaft zahlen den Satz für Warentransport nicht. Prämien für Luftfahrtversicherungen, die Flugzeuge, Fracht und Passagiere abdecken, sind von den 5 % ausgenommen.
Sonderwirtschaftszonen
Zahlt ein Unternehmen, Entwickler oder Betreiber aus einer Sonderwirtschaftszone in seinen ersten zehn Jahren an Gebietsfremde, bleibt das steuerfrei. Das gilt für Lizenzgebühren, Zinsen, Management- und Beratungshonorare, Schulungs-, Vermittlungs- und Vertragsentgelte.
Ansässige Empfänger zahlen auf dieselben Zahlungen 5 %.
Öl und Gas
Im Öl- und Gassektor gelten für Gebietsfremde eigene Sätze. Dividenden kosten 10 %, Zinsen 15 %, Management- und Beratungshonorare 10 % und Einkünfte aus natürlichen Ressourcen 20 %.
Die Abkommen
Kenia hat 15 Abkommen in Kraft. Die Tabelle zeigt die Höchstsätze, die Kenia danach einbehalten darf.
| Staat | Dividenden | Zinsen | Lizenzgebühren | Management- und Beratungshonorare |
|---|---|---|---|---|
| Dänemark | 20 % | 20 % | 20 % | 20 % |
| Deutschland | 15 % | 15 % | 15 % | 15 % |
| Frankreich | 10 % | 12 % | 10 % | kein eigener Artikel |
| Indien | 10 % | 10 % | 10 % | 10 % |
| Iran | 5 % | 10 % | 10 % | kein eigener Artikel |
| Kanada | 15 % | 15 % | 15 % | 15 % |
| Katar | 5 % oder 10 % | 10 % | 10 % | kein eigener Artikel |
| Korea | 8 % oder 10 % | 12 % | 10 % | kein eigener Artikel |
| Norwegen | 15 % | 20 % | 20 % | 20 % |
| Sambia | 0 % | 0 % | 0 % | 20 % |
| Schweden | 15 % | 15 % | 20 % | 20 % |
| Seychellen | 5 % | 10 % | 10 % | 10 % |
| Südafrika | 10 % | 10 % | 10 % | kein eigener Artikel |
| Vereinigte Arabische Emirate | 5 % | 10 % | 10 % | kein eigener Artikel |
| Vereinigtes Königreich | 15 % | 15 % | 15 % | 12,5 % |
Liegt der Abkommenssatz über dem nationalen Satz, gilt der niedrigere. Bei Dänemark heißt das zum Beispiel 15 % statt 20 % auf Dividenden.
Was hinter den Abweichungen steckt
Zinsen, die der Staat oder die kenianische Zentralbank zahlt, sind nach den Abkommen mit Dänemark, Deutschland, Norwegen und dem Vereinigten Königreich steuerfrei.
Mit Sambia fällt in Kenia keine Steuer an, wenn die Einkünfte in Sambia besteuert werden. Korea kommt auf 8 % bei Dividenden, wenn der Empfänger mindestens 25 % des Kapitals hält.
Katar zahlt 5 % auf Dividenden. Hält eine Kapitalgesellschaft weniger als 10 %, direkt oder mittelbar, sind es 10 %.
Streit um Management- und Beratungshonorare
Mehrere Abkommen haben keinen eigenen Artikel für solche Honorare. Nach dem OECD-Musterabkommen dürfte Kenia sie dann nur besteuern, wenn der Empfänger dort eine Betriebsstätte hat.
Die Steuerbehörde KRA sah das anders und wollte 20 % als sonstige Einkünfte. Der High Court hat inzwischen bestätigt, dass solche Honorare als Unternehmensgewinne zu behandeln sind.
Wie Sie die kenianische Steuer in Deutschland anrechnen und welche Unterlagen Sie für den Abkommenssatz brauchen, klären wir gern im Erstgespräch.
Abgeglichen mit der PwC Worldwide Tax Summary für Kenia, dort zuletzt aktualisiert am 17. Juli 2026. Die Angaben ersetzen keine Beratung im Einzelfall.


