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Steuern & Steuerrecht

Quellensteuern Montenegro

Zuletzt geprüft am 13. Oktober 2026

Auf Dividenden an deutsche Gesellschafter behält Montenegro 15 % ein. Das alte jugoslawische Abkommen mit Deutschland kennt keinen ermäßigten Satz für Beteiligungen.

Zinsen nach Deutschland bleiben laut Abkommen steuerfrei, Lizenzgebühren kosten 10 %. Ohne Abkommen sind es überall 15 %.

Früher lag der montenegrinische Satz bei 9 % und war damit oft günstiger als jedes Abkommen. Das hat sich geändert.

Die Sätze im Überblick

Empfänger Dividenden Zinsen Lizenzgebühren
Ansässige 15 % keine Angabe keine Angabe
Gebietsfremde ohne Abkommen 15 % 15 % 15 %
Empfänger in Deutschland 15 % 0 % 10 %
Empfänger in Steueroasen 30 % 30 % 30 %

Die 15 % fallen bei Gebietsfremden auch auf Veräußerungsgewinne, Mieten, Beratungs-, Marktforschungs- und Prüfungshonorare an. Ebenso betroffen sind Auftritte ausländischer Künstler und Sportler in Montenegro.

Liquidationserlöse an Gesellschaften tragen ebenfalls 15 %. Dasselbe gilt für Privatpersonen, die gebrauchte Produkte, Halbfertigwaren oder Agrarerzeugnisse an umsatzsteuerlich registrierte Hersteller verkaufen.

Abkommensschutz nur mit Nachweis

Um den Abkommenssatz zu bekommen, braucht der ausländische Empfänger eine Ansässigkeitsbescheinigung, ausgefüllt und gestempelt von seiner Steuerbehörde. Er muss außerdem zeigen, dass er wirtschaftlicher Eigentümer der Einkünfte ist.

Warum alte jugoslawische Abkommen gelten

Rechtsnachfolger des Staatenbundes Serbien und Montenegro ist Serbien. Montenegro wendet seit der Unabhängigkeit am 3. Juni 2006 trotzdem alle Abkommen weiter an, die für den Staatenbund und davor für Jugoslawien galten.

Deshalb stammt das Abkommen mit Deutschland aus dem Jahr 1989. Im November 2025 hat Montenegro das BEPS-Übereinkommen unterzeichnet und im Dezember 2025 ratifiziert, es tritt nach Hinterlegung der Urkunden in Kraft.

Die Abkommenssätze

Staat Dividenden Zinsen Lizenzgebühren Anwendbar ab
Ägypten 5 % oder 15 % 15 % 15 % 2007
Albanien 5 % oder 15 % 10 % 10 % 2006
Andorra 5 % oder 10 % 5 % 5 % 2026
Aserbaidschan 10 % 0 % oder 10 % 10 % 2014
Belarus 5 % oder 15 % 8 % 10 % 1999
Belgien 10 % oder 15 % 15 % 10 % 1982
Bosnien und Herzegowina 5 % oder 10 % 0 % oder 10 % 10 % 2006
Bulgarien 5 % oder 15 % 10 % 10 % 2001
China 5 % 0 % oder 10 % 10 % 1998
Dänemark 5 % oder 15 % 0 % 10 % 1983
Deutschland 15 % 0 % 10 % 1989
Finnland 5 % oder 15 % 0 % 10 % 1988
Frankreich 5 % oder 15 % 0 % 0 % 1976
Indien 5 % oder 15 % 0 % oder 10 % 10 % 2009
Iran 10 % 0 % oder 10 % 10 % 2012
Irland 5 % oder 10 % 0 % oder 10 % 5 % oder 10 % 2012
Italien 10 % 10 % 10 % 1986
Kroatien 5 % oder 10 % 10 % 10 % 2005
Kuwait 5 % oder 10 % 0 % oder 10 % 10 % 2004
Lettland 5 % oder 10 % 0 % oder 10 % 5 % oder 10 % 2007
Liechtenstein 5 % oder 10 % 5 % 5 % 2027
Luxemburg 5 % oder 10 % 0 % oder 10 % 5 % oder 10 % 2026
Malaysia 0 % 10 % 10 % 1991
Malta 5 % oder 10 % 0 % oder 10 % 5 % oder 10 % 2010
Moldau 5 % oder 15 % 10 % 10 % 2007
Monaco 5 % oder 10 % 0 % oder 10 % 5 % oder 10 % 2024
Niederlande 5 % oder 15 % 0 % 10 % 1983
Nordmazedonien 5 % oder 15 % 10 % 10 % 1998
Norwegen 15 % 0 % 10 % 1986
Österreich 5 % oder 10 % 0 % oder 10 % 5 % oder 10 % 2016
Polen 5 % oder 15 % 10 % 10 % 1999
Portugal 5 % oder 10 % 10 % 5 % oder 10 % 2018
Rumänien 10 % 10 % 10 % 1998
Russland 5 % oder 15 % 10 % 10 % 1998
Schweden 5 % oder 15 % 0 % 0 % 1982
Schweiz 5 % oder 15 % 10 % 10 % 2006
Serbien 10 % 10 % 5 % oder 10 % 2012
Slowakei 5 % oder 15 % 10 % 10 % 2002
Slowenien 5 % oder 10 % 10 % 5 % oder 10 % 2004
Sri Lanka 12,5 % 10 % 10 % 1987
Tschechien 10 % 0 % oder 10 % 5 % oder 10 % 2026
Türkei 5 % oder 15 % 10 % 10 % 2008
Ukraine 5 % oder 10 % 0 % oder 10 % 10 % 2002
Ungarn 5 % oder 15 % 10 % 10 % 2003
Vereinigte Arabische Emirate 5 % oder 10 % 10 % 5 % oder 10 % 2014
Vereinigtes Königreich 5 % oder 15 % 10 % 10 % 1983
Zypern 10 % 10 % 10 % 1987

Die Abkommen mit Andorra, Luxemburg und Tschechien gelten ab 2026, das mit Liechtenstein ab 2027.

Wann der niedrigere Dividendensatz gilt

In den meisten älteren Abkommen gilt der niedrigere Satz, wenn die empfangende Gesellschaft mindestens 25 % des Kapitals der zahlenden Gesellschaft besitzt oder kontrolliert. Das betrifft unter anderem Albanien, Bulgarien, Dänemark, Ungarn, Kroatien, Kuwait und die Niederlande.

Mit Irland, Liechtenstein, Luxemburg und Monaco reichen 10 % des Kapitals für 5 %, sonst gelten 10 %. Andorra, Österreich und die Vereinigten Arabischen Emirate senken die Schwelle sogar auf 5 % des Kapitals.

Zinsen an den Staat

Wo 0 % oder 10 % auf Zinsen steht, gilt die Befreiung nur für Zahlungen an den Staat oder an staatliche Banken. Private Darlehensgeber zahlen 10 %.

Urheberrechte und Gewerbeschutz

Wo ein Abkommen 5 % oder 10 % auf Lizenzgebühren vorsieht, gelten 5 % für Urheberrechte. Für gewerbliche Schutzrechte wie Patente und Marken sind es 10 %.

Seit der Anhebung auf 15 % lohnt sich der Blick ins Abkommen bei jeder Zahlung nach Montenegro und von dort. Wie Sie die 15 % auf Dividenden in Deutschland anrechnen, klären wir im Erstgespräch.

Abgeglichen mit der PwC Worldwide Tax Summary für Montenegro, dort zuletzt aktualisiert am 7. August 2026. Die Angaben ersetzen keine Beratung im Einzelfall.