Zuletzt geprüft am 13. Oktober 2026
Schüttet eine serbische Gesellschaft an Ihre deutsche GmbH aus, behält Serbien 15 % Quellensteuer ein. Das Doppelbesteuerungsabkommen mit Deutschland kennt dabei keinen niedrigeren Satz für hohe Beteiligungen.
Zinsen bleiben nach dem Abkommen ganz frei, auf Lizenzgebühren sind es 10 %. Ohne Abkommen wären es auf alle drei Zahlungsarten 20 %.
Viele andere Abkommen Serbiens sind bei Dividenden großzügiger. Mit Österreich etwa sind 5 % möglich.
Die Sätze im Überblick
| Empfänger | Dividenden | Zinsen | Lizenzgebühren |
|---|---|---|---|
| Gebietsfremde ohne Abkommen | 20 % | 20 % | 20 % |
| Gebietsfremde aus Steueroasen | 20 % | 25 % | 25 % |
| Gesellschaften aus Deutschland | 15 % | 0 % | 10 % |
Die 20 % gelten ebenso für Marktforschung, Buchhaltung und Prüfung, Rechts- und Unternehmensberatung, Überschüsse aus Konkurs oder Liquidation und Mieten für Immobilien und andere Güter. Auch Gagen Gebietsfremder für Auftritte in Serbien fallen darunter, soweit sie nicht schon beim einzelnen Künstler oder Sportler versteuert werden.
Steueroasen zahlen mehr
Für Empfänger aus Steueroasen steigt der Satz auf Lizenzgebühren, Zinsen, Mieten und Dienstleistungen auf 25 %. Dividenden bleiben bei 20 %.
Welche Staaten als Steueroase gelten, veröffentlicht das serbische Finanzministerium in einer eigenen Liste.
Die Abkommen im Einzelnen
Ist in der Tabelle ein Satz wie 5 % oder 15 % angegeben, gilt der niedrigere bei einer Mindestbeteiligung, meist 25 %, in einigen Abkommen 5 %. Zinsen mit 0 % oder 10 % sind nur dann frei, wenn der Staat oder eine staatliche Bank sie erhält.
| Staat | Dividenden | Zinsen | Lizenzgebühren |
|---|---|---|---|
| Ägypten | 5 % oder 15 % | 15 % | 15 % |
| Armenien | 8 % | 8 % | 8 % |
| Belarus | 5 % oder 15 % | 8 % | 10 % |
| Belgien | 10 % oder 15 % | 15 % | 10 % |
| China | 5 % | 0 % oder 10 % | 10 % |
| Finnland | 5 % oder 15 % | 0 % | 10 % |
| Frankreich | 5 % oder 15 % | 0 % | 0 % |
| Indonesien | 15 % | 0 % oder 10 % | 15 % |
| Israel | 5 % oder 15 % | 10 % | 5 % oder 10 % |
| Kasachstan | 10 % oder 15 % | 0 % oder 10 % | 10 % |
| Kroatien | 5 % oder 10 % | 10 % | 10 % |
| Montenegro | 10 % | 0 % oder 10 % | 5 % oder 10 % |
| Niederlande | 5 % oder 15 % | 0 % | 10 % |
| Norwegen | 0 %, 5 % oder 15 % | 0 % oder 10 % | 5 % oder 10 % |
| Österreich | 5 % oder 15 % | 0 % oder 10 % | 5 % oder 10 % |
| Schweden | 5 % oder 15 % | 0 % | 0 % |
| Singapur | 0 %, 5 % oder 10 % | 0 % oder 10 % | 5 % oder 10 % |
| Sri Lanka | 12,5 % | 10 % | 10 % |
| Tschechien | 10 % | 0 % oder 10 % | 5 % oder 10 % |
| Vereinigte Arabische Emirate | 0 %, 5 % oder 10 % | 0 % oder 10 % | 10 % |
| Vietnam | 10 % oder 15 % | 10 % | 10 % |
Mit 5 % oder 15 % auf Dividenden und je 10 % auf Zinsen und Lizenzgebühren arbeiten die Abkommen mit Albanien, Bulgarien, Ghana, Griechenland, Guinea, Moldau, Nordmazedonien, Polen, Russland, der Schweiz, der Slowakei, Simbabwe, Ungarn und dem Vereinigten Königreich.
Auf 5 % oder 15 % bei Dividenden, 0 % oder 10 % bei Zinsen und 10 % bei Lizenzgebühren kommen Dänemark, Indien, Kanada und die Türkei.
Bei 5 % oder 10 % auf Dividenden, 0 % oder 10 % auf Zinsen und 10 % auf Lizenzgebühren liegen Bosnien und Herzegowina, Georgien, Katar, Kuwait, Libyen, Litauen, San Marino und die Ukraine.
Dieselben Sätze, aber 5 % oder 10 % auf Lizenzgebühren, gelten für Estland, Hongkong, Irland, Japan, Lettland, Luxemburg, Malta, Slowenien, Spanien und Südkorea.
Pauschal 10 % auf Dividenden, 0 % oder 10 % auf Zinsen und 10 % auf Lizenzgebühren haben Aserbaidschan, Iran, Marokko, Nordkorea, Pakistan, Palästina und Rumänien. Italien, Tunesien und Zypern sehen auf alle drei Zahlungsarten 10 % vor.
Lizenzgebühren mit zwei Sätzen
Wo zwei Sätze stehen, gilt der niedrigere von 5 % für Urheberrechte an Literatur, Wissenschaft und Kunst sowie für Filme und andere Ton- und Bildträger. Die 10 % greifen bei Patenten, Gebrauchsmustern, Marken, Mustern, technischen Neuerungen, geheimen Formeln und Verfahren.
Haltefrist bei Dividenden
In einigen Abkommen reicht die Beteiligungsquote allein nicht für den niedrigeren Dividendensatz. Die Beteiligung muss zusätzlich 365 Tage bestehen.
Das gilt für Belgien, Dänemark, Ägypten, Frankreich, Hongkong, Irland, Japan, Kanada, Kasachstan, die Niederlande, Norwegen, Polen, Russland, San Marino, die Slowakei, Slowenien und Spanien.
Null Prozent für den Staat
Mit Norwegen, Singapur und den Vereinigten Arabischen Emiraten bleiben Dividenden frei, wenn die Regierung des anderen Staates sie bezieht.
Beim Abkommen mit Malta bezieht sich der Satz nur auf Dividenden aus Serbien. In Malta selbst darf die Quellensteuer die Körperschaftsteuer auf den ausgeschütteten Gewinn nicht übersteigen.
Noch nicht ratifiziert
Die Abkommen mit Ghana, Guinea, Palästina und Simbabwe hat eine der beiden Seiten noch nicht ratifiziert.
So kommen Sie an den Abkommenssatz
Der Empfänger braucht eine Ansässigkeitsbescheinigung auf dem Formular des serbischen Finanzministeriums, gestempelt von der Steuerbehörde seines Heimatstaates. Zusätzlich muss er nachweisen, dass ihm die Einkünfte wirtschaftlich zustehen.
Wie die serbische Quellensteuer in Deutschland angerechnet wird, besprechen wir im Erstgespräch für Ihre Beteiligung.
Abgeglichen mit der PwC Worldwide Tax Summary für Serbien, dort zuletzt aktualisiert am 7. August 2026. Die Angaben ersetzen keine Beratung im Einzelfall.


