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Steuern & Steuerrecht

Quellensteuern Finnland

Zuletzt geprüft am 13. Oktober 2026

Hält Ihre deutsche Gesellschaft mindestens 10 % an einer finnischen Gesellschaft, behält Finnland auf Dividenden 0 % ein. Das folgt aus der EU-Mutter-Tochter-Richtlinie.

Greift die Richtlinie nicht, deckelt das Abkommen mit Deutschland den Satz auf 5 % ab 10 % Beteiligung und auf 15 % im Streubesitz. Lizenzgebühren nach Deutschland kosten 0 %.

Zinsen an Gebietsfremde sind nach finnischem Recht in der Regel steuerfrei.

Die Sätze ohne Abkommen

Ohne Abkommen behält Finnland bei ausländischen Kapitalgesellschaften 20 %, 15 % oder 35 % ein. Bei Privatpersonen und anderen Empfängern sind es 30 % oder 35 %.

Empfänger Dividenden Zinsen Lizenzgebühren
Kapitalgesellschaften ohne Abkommen 20 % in der Regel 0 % 20 %
Privatpersonen und andere ohne Abkommen 30 % in der Regel 0 % 30 %
Gesellschaften in Deutschland 0 %, 5 % oder 15 % in der Regel 0 % 0 %

Gehören die Anteile zum Anlagevermögen des ausländischen Empfängers, kann der nationale Satz unter Bedingungen auf 15 % sinken. Ein Abkommen kann ihn weiter senken.

Dividenden innerhalb von EU und EWR

Gesellschaften in der EU oder im EWR zahlen keine Quellensteuer auf Dividenden, die bei einer finnischen Gesellschaft steuerfrei wären. Voraussetzung ist, dass der Empfänger die finnische Steuer in seinem Staat nicht voll anrechnen kann.

Steuerfrei sind außerdem Dividenden an Gesellschaften im Sinne der Mutter-Tochter-Richtlinie, die mindestens 10 % des Kapitals halten.

Die Sätze aus den Abkommen

PwC unterscheidet vier Arten von Zahlungen. Streubesitzdividenden stehen zusammen mit Zinsen auf Genossenschaftskapital, Direktbeteiligungen gelten ab der genannten Mindestquote, dazu kommen Gewinnanteile aus Investmentfonds und Lizenzgebühren.

Staat Streubesitz Direktbeteiligung Fondsanteile Lizenzgebühren
Ägypten 10 % 10 % 20 % / 30 % 25 %
Albanien 15 % 5 % ab 25 % 0 % 5 %
Argentinien 15 % 10 % ab 25 % 20 % / 30 % 15 %
Armenien 15 % 5 % ab 25 % 0 % 10 %
Aserbaidschan 10 % 5 % ab 25 % 20 % / 30 % 5 %
Australien 15 % 5 % ab 10 % 20 % / 30 % 5 %
Barbados 15 % 5 % ab 10 % 20 % / 30 % 5 %
Belarus 15 % 5 % ab 25 % 0 % 5 %
Belgien 15 % 5 % ab 25 % 0 % 5 %
Bosnien-Herzegowina 15 % 5 % ab 25 % 0 % 10 %
Brasilien 20 % / 30 % 20 % / 30 % 20 % / 30 % 20 % / 30 %
Bulgarien 10 % 10 % 0 % 5 %
China 10 % 5 % ab 25 % 20 % / 30 % 10 %
Dänemark mit Färöer 15 % 0 % ab 10 % 0 % 0 %
Deutschland 15 % 5 % ab 10 % wie Dividenden 0 %
Estland 15 % 5 % ab 25 % 20 % / 30 % 0 %
Frankreich 0 % 0 % 0 % 0 %
Georgien 10 % 5 % ab 10 %, 0 % ab 50 % 0 % 0 %
Griechenland 13 % 13 % 0 % 10 %
Hongkong 10 % 5 % ab 10 % 20 % / 30 % 3 %
Indien 10 % 10 % 20 % / 30 % 10 %
Indonesien 15 % 10 % ab 25 % 20 % / 30 % 15 %
Irland 0 % 0 % ab 10 % 0 % 0 %
Island 15 % 0 % ab 10 % 0 % 0 %
Israel 15 % 5 % ab 10 % 0 % 10 %
Italien 15 % 10 % ab 50 % 0 % 5 %
Japan 15 % 10 % ab 25 % 0 % 10 %
Kanada 15 % 5 % ab 10 % 20 % / 30 % 10 %
Kasachstan 15 % 5 % ab 10 % 0 % 10 %
Kirgisistan 15 % 5 % ab 25 % 0 % 5 %
Korea, Republik 15 % 10 % ab 25 % 0 % 10 %
Kroatien 15 % 5 % ab 25 % 0 % 10 %
Lettland 15 % 5 % ab 25 % 20 % / 30 % 0 %
Liechtenstein 20 % / 30 % 20 % / 30 % 20 % / 30 % 20 % / 30 %
Litauen 15 % 5 % ab 25 % 20 % / 30 % 0 %
Luxemburg 15 % 5 % ab 25 % 0 % 5 %
Malaysia 15 % 5 % ab 10 % 20 % / 30 % 5 %
Malta 15 % 5 % ab 10 % 0 % 0 %
Marokko 10 % 7 % ab 25 % 20 % / 30 % 10 %
Mexiko 0 % 0 % 20 % / 30 % 10 %
Moldau 15 % 5 % ab 25 % 0 % 7 %
Neuseeland 15 % 15 % 20 % / 30 % 10 %
Niederlande 15 % 0 % ab 5 % 0 % 0 %
Nordmazedonien 15 % 0 % ab 10 % 0 % 0 %
Norwegen 15 % 0 % ab 10 % 0 % 0 %
Österreich 10 % 0 % ab 10 % 0 % 5 %
Pakistan 20 % 12 % ab 25 % 20 % / 30 % 10 %
Philippinen 20 % / 30 % 15 % ab 10 % 20 % / 30 % 25 %
Polen 15 % 5 % ab 25 % 0 % 5 %
Rumänien 5 % 5 % 0 % 5 %
Russland 12 % 5 % ab 30 % 0 % 0 %
Sambia 15 % 5 % ab 25 % 20 % / 30 % 15 %
Schweden 15 % 0 % ab 10 % 0 % 0 %
Schweiz 10 % 0 % ab 10 % 0 % 0 %
Serbien und Montenegro 15 % 5 % ab 25 % 0 % 10 %
Singapur 10 % 5 % ab 10 % 20 % / 30 % 5 %
Slowakei 15 % 5 % ab 25 % 0 % 10 %
Slowenien 15 % 5 % ab 25 % 0 % 5 %
Spanien 15 % 5 % ab 10 % 0 % 0 %
Sri Lanka 10 % 7,5 % ab 25 % 20 % / 30 % 10 %
Südafrika 15 % 5 % ab 10 % 0 % 0 %
Tadschikistan 15 % 5 % ab 25 % 0 % 5 %
Tansania 20 % 20 % 0 % 20 %
Thailand 20 % / 30 % 20 % ab 25 % 20 % / 30 % 15 %
Tschechien 15 % 5 % ab 25 % 0 % 10 %
Türkei 15 % 5 % ab 25 % 20 % / 30 % 10 %
Turkmenistan 15 % 5 % ab 25 % 0 % 10 %
Ukraine 15 % 5 % ab 20 % 0 % 10 %
Ungarn 15 % 5 % ab 25 % 0 % 5 %
Uruguay 15 % 5 % ab 25 % 0 % 10 %
Usbekistan 15 % 5 % ab 10 % 0 % 10 %
Vereinigte Arabische Emirate 20 % / 30 % 20 % / 30 % 20 % / 30 % 20 % / 30 %
Vereinigtes Königreich 0 % 0 % 0 % 0 %
Vereinigte Staaten 15 % 5 % ab 10 % 0 % 0 %
Vietnam 15 % 10 % ab 25 %, 5 % ab 70 % 20 % / 30 % 10 %

Wo zwei Sätze wie 20 % / 30 % stehen, gilt der erste für Kapitalgesellschaften und der zweite für Privatpersonen und andere Empfänger. Für Staaten, die nicht in der Tabelle stehen, gelten diese beiden Sätze ebenfalls.

PwC rät, jedes Abkommen genau zu lesen, weil es oft Ausnahmen von den allgemeinen Regeln gibt.

Russland, Portugal und Staaten ohne Abkommen

Das Abkommen mit Russland wird seit dem 1. Juli 2026 nicht mehr angewendet. Seitdem gelten 20 % und 30 %, die Zeile in der Tabelle zeigt die alten Abkommenssätze.

Mit Portugal gibt es seit dem 1. Januar 2019 kein Abkommen mehr. Das alte von 1971 ist beendet, das neue noch nicht in Kraft.

Kein Abkommen hat Finnland mit Andorra, Antigua und Barbuda, den Bahamas, Bahrain, Belize, den Kaimaninseln, den Kanalinseln, Gibraltar, Grenada, Grönland, Spitzbergen, Jan Mayen, Liberia, Macau, Mauritius, Monaco, Panama, Samoa, San Marino, Vanuatu und den Jungferninseln.

Befreiungen für EU-Gesellschaften

Bei vielen europäischen Staaten gilt für Kapitalgesellschaften zusätzlich das EU-Recht. Dividenden bleiben dann frei, wenn sie nach finnischem Gewerbesteuerrecht steuerfrei wären und der Empfänger die finnische Steuer nicht voll anrechnen kann, oder wenn er unter die Mutter-Tochter-Richtlinie fällt und mindestens 10 % hält.

Das betrifft Belgien, Bulgarien, Dänemark, Deutschland, Estland, Griechenland, Irland, Island, Italien, Lettland, Liechtenstein, Litauen, Luxemburg, Malta, die Niederlande, Norwegen, Österreich, Polen, Rumänien, Schweden, die Slowakei, Slowenien, Spanien, Tschechien, Ungarn und Zypern.

Lizenzgebühren zwischen verbundenen Unternehmen im Sinne der EU-Zins- und Lizenzrichtlinie sind ebenfalls frei. PwC vermerkt das für Belgien, Bulgarien, Griechenland, Italien, Luxemburg, Österreich, Polen, Rumänien, die Slowakei, Slowenien, Tschechien, Ungarn und Zypern.

Bedingungen für Dividenden

Mit Australien, Barbados, Irland, Kanada, Malta, Nordmazedonien, Österreich, den Philippinen, Singapur, Spanien, den USA und Usbekistan wird die Mindestquote am gesamten stimmberechtigten Kapital gemessen.

Russland verlangt für die 5 % ein ausländisches Kapital von mehr als 100.000 US-Dollar, wenn die Dividende fällig wird. Mit Luxemburg gilt das Abkommen nicht für besondere Holdinggesellschaften nach Artikel 29.

Mit Pakistan zahlen Kapitalgesellschaften 15 % statt 20 %, mit Liechtenstein 15 % oder 20 %. Thailand nimmt 15 % statt 20 %, wenn die zahlende Gesellschaft ein Industrieunternehmen ist.

Mit den USA bleiben Dividenden an qualifizierte Muttergesellschaften und Pensionsfonds frei. Die Niederlande stellen qualifizierte Pensionsfonds frei, Spanien Pensionseinrichtungen.

Mit den Emiraten fällt gar keine Steuer an, wenn der Empfänger nachweist, dass er dort wohnt oder gegründet wurde. Mit Barbados, Irland und dem Vereinigten Königreich zahlen Privatpersonen 30 %, wenn die Einkünfte in ihrem Wohnsitzstaat steuerfrei sind.

Für Armenien, Australien, Aserbaidschan, Deutschland, Georgien, Japan, Moldau, die Ukraine und Usbekistan verweist PwC auf weitere Bedingungen im Abkommenstext.

Lizenzgebühren nach Art des Rechts

Mit Barbados, Belgien, Bulgarien, Griechenland, Italien, Kanada, Luxemburg, Sambia, der Slowakei, Tschechien und Ungarn bleiben Lizenzen für Literatur, Wissenschaft und Kunst frei. Für Filme verweist PwC auf den Abkommenstext.

Die Philippinen nehmen 15 % für Filme, Fernseh- und Radioaufnahmen und Urheberrechte. Indonesien und Aserbaidschan nehmen für Literatur, Wissenschaft, Kunst und Film 10 %, Sambia für Filme und Bänder 5 %.

Mit Tschechien und der Slowakei kostet Software 5 %. Rumänien nimmt für Software 2,5 % und Uruguay 5 %.

Mit der Ukraine kosten geheime Verfahren und Know-how 5 %, Software und Patente bleiben frei. Argentinien nimmt 10 % auf gewerbliche Lizenzen, 3 % auf Zahlungen an Nachrichtenagenturen und 5 % auf künstlerische Lizenzen an den Urheber oder seine Erben.

Mit Estland, Lettland und Litauen gelten inzwischen 0 % auf Lizenzgebühren. Mit Lettland waren es bei unserer letzten Prüfung noch 10 %.

Wie eine Ausschüttung aus Finnland bei Ihnen in Deutschland ankommt, klären wir im Erstgespräch für Ihre konkrete Beteiligung.

Abgeglichen mit der PwC Worldwide Tax Summary für Finnland, dort zuletzt aktualisiert am 9. September 2026. Die Angaben ersetzen keine Beratung im Einzelfall.