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Steuern & Steuerrecht

Quellensteuern Libanon

Zuletzt geprüft am 13. Oktober 2026

Auf Dividenden an Gesellschafter in Deutschland behält der Libanon 10 % Quellensteuer ein. Ein Doppelbesteuerungsabkommen mit Deutschland gibt es nicht.

Zinsen kosten ohne Abkommen ebenfalls 10 %, Lizenzgebühren 8,5 %. Zinsen auf Konten bei libanesischen Banken und auf Staatsanleihen sind mit 7 % belastet.

Für Dienstleistungen, die eine deutsche Firma im Libanon verkauft, gilt seit 2024 eine effektive Quellensteuer von 8,5 %, für Waren und Ausrüstung 3,4 %.

Die Sätze im Überblick

Empfänger Dividenden Zinsen Lizenzgebühren
Ansässige 10 % 7 % auf Bankzinsen und Staatsanleihen, sonst 10 %
Gebietsfremde ohne Abkommen, also auch Deutschland 10 % 10 % 8,5 %

Die 7 % auf Bankzinsen werden nicht erstattet und lassen sich nicht vortragen.

Einkünfte aus beweglichem Kapital

Der Libanon erhebt 10 % auf Einkünfte aus beweglichem Kapital, die im Land entstehen. Dazu zählen Dividenden, Zinsen und Erträge aus Aktien, Vergütungen an Direktoren und Gesellschafter, ausgeschüttete Rücklagen und Gewinne sowie Zinsen auf Darlehen an Kapitalgesellschaften.

Im Mai 2023 hat das Finanzministerium mit den Entscheidungen Nr. 322 und 323 nachgelegt. Sie regeln ausländische Kapitalerträge und Gewinne aus dem Verkauf von Anteilen an Aktiengesellschaften und GmbHs.

Wechselkursgewinne aus der Neubewertung

Seit März 2025 gelten mit den Entscheidungen Nr. 338 bis 340 neue Regeln für Neubewertungen. Positive Wechselkursdifferenzen bei Forderungen, Verbindlichkeiten und Bankguthaben kosten 10 % Ausschüttungssteuer, bei Zweigniederlassungen ausländischer Gesellschaften gelten sie als ausgeschüttet.

Bei Anlagevermögen und Vorräten fallen die 10 % nur an, wenn die Differenz innerhalb von fünf Jahren nach der Neubewertung realisiert wird. Danach ist sie frei, es sei denn, die Gesellschaft wird innerhalb der fünf Jahre aus einem anderen Grund als Insolvenz aufgelöst.

Zahlungen an Gebietsfremde

Seit dem Haushaltsgesetz 2024 beträgt die Steuer auf Waren 3,4 % und auf Dienstleistungen 8,5 % des Umsatzes. Vorher waren es 2,25 % und 7,5 %, die neuen Sätze gelten ab dem zweiten Quartal 2024.

Die Steuer muss in derselben Währung gezahlt werden wie die Zahlung an den Gebietsfremden. Gemeldet wird seit 2022 quartalsweise, binnen 15 Tagen nach Quartalsende.

Die Abkommen

Staat Dividenden Zinsen Lizenzgebühren
Ägypten 10 % 10 % 5 %
Algerien 15 % 10 % 10 %
Armenien 5 % oder 10 % 8 % 5 %
Bahrain 0 % 0 % 0 %
Belarus 8,5 % 5 % 5 %
Bulgarien 5 % 7 % 5 %
Frankreich 0 % 0 % 8,5 %
Iran 5 % 5 % 5 %
Italien 5 % oder 15 % 0 % 0 %
Jemen 10 % 5 % 8,5 %
Jordanien 10 % 10 % 10 %
Katar 0 % 0 % 0 %
Kuwait 0 % 0 % 5 %
Malaysia 5 % 10 % 8 %
Malta 5 % 0 % 5 %
Marokko 5 % oder 10 % 10 % 5 % oder 10 %
Oman 5 % oder 10 % 10 % 10 %
Pakistan 10 % 10 % 8,5 %
Polen 5 % 5 % 5 %
Rumänien 5 % 5 % 5 %
Russland 10 % 5 % 5 %
Senegal 10 % 10 % 10 %
Syrien 5 % 10 % 18 %
Tschechien 5 % 0 % 5 % oder 10 %
Tunesien 5 % 5 % 5 %
Türkei 10 % oder 15 % 10 % 10 %
Ukraine 5 % oder 15 % 10 % 10 %
Vereinigte Arabische Emirate 0 % 0 % 5 %
Zypern 5 % 5 % 0 %

Ein Abkommen verdrängt nie einen niedrigeren nationalen Satz. Wo das Abkommen mehr erlaubt, etwa 15 % auf Dividenden mit Algerien, bleibt es bei den nationalen 10 %.

Die Nullsätze bedeuten, dass nur der Wohnsitzstaat des Empfängers besteuern darf. Das gilt für Bahrain, Frankreich, Italien, Katar, Kuwait, Malta, Tschechien, die Vereinigten Arabischen Emirate und Zypern bei den jeweils mit 0 % markierten Einkünften.

Wovon die Abkommenssätze abhängen

Armenien gewährt 5 % auf Dividenden, wenn eine Kapitalgesellschaft direkt mindestens 25 % hält. Marokko verlangt dafür 10 %, Oman 20 %, jeweils mit 10 % als höherem Satz.

Mit der Ukraine gilt 5 % ab 20 % direkter Beteiligung einer Kapitalgesellschaft, sonst 15 %. Die Türkei gewährt 10 % ab 15 %, sonst ebenfalls 15 %.

Italien verlangt für 5 %, dass eine Gesellschaft mindestens 10 % schon zwölf Monate vor dem Ausschüttungsbeschluss hält. Sonst sind es 15 %.

Für Malta ist der libanesische Satz auf 5 % begrenzt. Umgekehrt darf Malta nicht mehr erheben als die Steuer auf den ausgeschütteten Gewinn.

Lizenzgebühren nach Art

Tschechien verlangt 5 % für die Nutzung gewerblicher, kaufmännischer oder wissenschaftlicher Ausrüstung und 10 % für Urheberrechte, Filme, Software, Patente, Marken, Muster, Verfahren und Erfahrungswissen.

Marokko setzt 10 % auf Urheberrechte an literarischen, künstlerischen und wissenschaftlichen Werken samt Filmen an. Alle anderen Lizenzgebühren kosten 5 %.

Erdölsektor

Inhaber von Erdölrechten, Betreiber, Subunternehmer und deren Vertragspartner müssen Steuer einbehalten und vierteljährlich abführen. Das regelt die Entscheidung Nr. 2043/1 vom 31. Dezember 2018 zum Erdölsteuergesetz Nr. 57 vom 5. Oktober 2017.

Für jeden Gebietsfremden brauchen sie eine eigene Registrierungsnummer. Die Entscheidung Nr. 2044/1 vom selben Tag regelt die Pflichten von Arbeitnehmern und Auftraggebern, die mit Gebietsfremden im Erdölsektor arbeiten.

Wie Sie die libanesische Steuer in Deutschland anrechnen, klären wir gern im Erstgespräch.

Abgeglichen mit der PwC Worldwide Tax Summary für Libanon, dort zuletzt aktualisiert am 1. Juli 2026. Die Angaben ersetzen keine Beratung im Einzelfall.