Fabian WilkLinkedIn ↗

Steuern & Steuerrecht

Quellensteuer Elfenbeinküste

Zuletzt geprüft am 13. Oktober 2026

Schüttet eine ivorische Gesellschaft an Sie nach Deutschland aus, behält sie 15 % Quellensteuer ein. Das Abkommen mit Deutschland ändert daran nichts, es sieht ebenfalls 15 % vor.

Spürbar hilft es bei Zinsen und Lizenzgebühren. Zinsen kosten mit Abkommen 15 % statt 18 %, Lizenzgebühren 10 % statt effektiv 20 %.

Die Sätze im Überblick

Empfänger Dividenden Zinsen Lizenzgebühren
Gebietsfremde ohne Abkommen 15 % 18 % 20 %
Deutsche Empfänger 15 % 15 % 10 %

Die Steuern im Einzelnen

Auf Dividenden und Verwaltungsratsvergütungen erhebt die Elfenbeinküste die IRVM mit 15 %. Zinsen unterliegen der IRC mit 18 %.

Für Zinsen auf Bankeinlagen sinkt die IRC auf 13,5 % bei Privatpersonen und 16,5 % bei Unternehmen. Privatpersonen zahlen auf Erträge aus Staatsanleihen nichts, auf Kassenobligationen fallen 25 % an.

Ausländische Banken zahlen 18 % auf Kreditzinsen. Bei Ausrüstungskrediten mit mindestens drei Jahren Laufzeit sind es 9 %.

Lizenz-, Management- und Servicegebühren

Zahlt eine ivorische Gesellschaft Lizenzgebühren, Management- oder Servicegebühren an ein ausländisches Unternehmen, fällt die BNC an. Sie beträgt 25 % auf 80 % der Zahlung, effektiv also 20 % des gezahlten Betrags.

Erbringt ein Konzernunternehmen ohne feste Einrichtung in der Elfenbeinküste Leistungen, wird die Steuer seit dem Finanzgesetz 2022 auch dann fällig, wenn zwei Jahre lang nicht gezahlt wurde. Die Frist läuft ab Verbuchung als Aufwand oder als Verbindlichkeit.

Die Abkommenssätze

Staat Dividenden Zinsen Lizenzgebühren
Belgien 15 % 16 % 10 %
Marokko 10 % 10 % 10 %
Norwegen 15 % 16 % 10 %
Portugal 10 % 10 % 5 %
Tunesien 10 % 10 % 10 %
Vereinigte Arabische Emirate 10 % 10 % 5 %
Westafrikanische Wirtschafts- und Währungsunion 10 % 15 % 15 %
Westafrikanische Wirtschaftsgemeinschaft 10 % 10 % 10 %

Mit Deutschland, Frankreich, Italien, Kanada, der Schweiz und dem Vereinigten Königreich gelten 15 % auf Dividenden, 15 % auf Zinsen und 10 % auf Lizenzgebühren. Mit dem Vereinigten Königreich kosten auch Managementgebühren 10 %.

Die beiden westafrikanischen Abkommen

Zur Westafrikanischen Wirtschafts- und Währungsunion gehören Benin, Burkina Faso, die Elfenbeinküste, Guinea-Bissau, Mali, Niger, der Senegal und Togo. Die Westafrikanische Wirtschaftsgemeinschaft umfasst diese Staaten und zusätzlich Gambia, Ghana, Guinea, Kap Verde, Liberia, Nigeria und Sierra Leone.

Öffentliche Aufträge

Zahlen staatliche Stellen oder öffentliche Einrichtungen an Gebietsfremde für Waren oder Leistungen, behalten sie 20 % ein. Ein Abkommen kann den Satz senken.

Inländer sind davon ausgenommen, außer sie sind als Kleinunternehmen registriert.

Kleine Unternehmen und Autoren

Vergütungen an Dienstleister im vereinfachten Regime für Kleinst- und Kleinunternehmen kosten 2 %. Zahlt der Staat einem solchen Unternehmen einen Auftrag, sind es 5 %.

Zahlungen an Dienstleister aus dem informellen Sektor kosten 2 %, wenn der Zahlende regulär besteuert wird. Gelegentliche Honorare für Bücher, wissenschaftliche Studien und künstlerische Werke kosten 7,5 %.

Wie die ivorische Quellensteuer in Deutschland angerechnet wird, besprechen wir gern im Erstgespräch.

Abgeglichen mit der PwC Worldwide Tax Summary für die Elfenbeinküste, dort zuletzt aktualisiert am 9. September 2026. Die Angaben ersetzen keine Beratung im Einzelfall.