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Quellensteuer Kanada

Zuletzt geprüft am 13. Oktober 2026

Schüttet eine kanadische Gesellschaft an Ihre deutsche GmbH aus, behält Kanada nach dem Doppelbesteuerungsabkommen 5 % Quellensteuer ein, sofern die GmbH die im Abkommen verlangte Beteiligung hält. Sonst sind es 15 %.

Ohne Abkommen verlangt Kanada 25 % auf Dividenden, Zinsen an verbundene Unternehmen, Mieten, Lizenzgebühren und bestimmte Management- und Technikgebühren.

Zinsen an fremde Dritte bleiben in Kanada meist ganz frei.

Die Sätze im Überblick

Empfänger Dividenden Zinsen an verbundene Unternehmen Lizenzgebühren
Ansässige Gesellschaften und Privatpersonen 0 % 0 % 0 %
Gebietsfremde ohne Abkommen 25 % 25 % 25 %
Gesellschaften aus Deutschland 5 % oder 15 % 10 % 0 % oder 10 %

Das Abkommen mit Deutschland wird gerade neu verhandelt. Kanada passt sein Netz laufend an, teils auch rückwirkend, deshalb lohnt im Einzelfall immer der Blick in das konkrete Abkommen.

Zinsen an fremde Dritte

Zahlt eine kanadische Gesellschaft Zinsen an einen fremden Gebietsfremden, fällt in aller Regel keine Quellensteuer an. Ausgenommen sind Zinsen auf gewinnabhängige Schulden.

Die meisten Abkommen erlauben aber einen höheren Abzug, soweit Zinsen unter verbundenen Parteien über dem marktüblichen Niveau liegen.

Wann Lizenzgebühren frei bleiben

Wo bei Lizenzgebühren 0 % genannt ist, gilt das in der Regel für Urheberrechte an Literatur, Drama, Musik und Kunst, nicht aber für Filme und Fernsehproduktionen. Häufig sind auch Software, Patente, Erfahrungswissen aus Industrie, Handel und Wissenschaft sowie Rundfunk befreit, Miet- und Franchiseverträge dagegen nicht.

Was über dem marktüblichen Preis unter Verbundenen liegt, dürfen die meisten Abkommen höher besteuern.

Die Abkommen mit abweichenden Sätzen

Wo zwei Dividendensätze stehen, gilt der niedrigere, wenn eine Gesellschaft eine bestimmte Beteiligung an der zahlenden Gesellschaft hält. Je nach Abkommen sind das 10 %, 20 %, 25 % oder mehr, gemessen am Kapital, an Anteilen oder an Stimmrechten.

Staat Dividenden Zinsen an Verbundene Lizenzgebühren
Argentinien 10 % oder 15 % 12,5 % 3 %, 5 %, 10 % oder 15 %
Brasilien 15 % oder 25 % 15 % 15 % oder 25 %
Chile 10 % oder 15 % 10 % 15 %
Dominikanische Republik 18 % 18 % 0 % oder 18 %
Ecuador 5 % oder 15 % 15 % 10 % oder 15 %
Indien 15 % oder 25 % 15 % 10 %, 15 % oder 20 %
Italien 5 % oder 15 % 10 % 0 %, 5 % oder 10 %
Kenia 15 % oder 25 % 15 % 15 %
Marokko 15 % 15 % 5 % oder 10 %
Nigeria 12,5 % oder 15 % 12,5 % 12,5 %
Peru 10 % oder 15 % 15 % 15 %
Simbabwe 10 % oder 15 % 15 % 10 %
Südafrika 5 % oder 15 % 10 % 6 % oder 10 %
Tansania 20 % oder 25 % 15 % 20 %
Thailand 15 % 15 % 5 % oder 15 %
Tunesien 15 % 15 % 0 %, 15 % oder 20 %
Türkei 15 % oder 20 % 15 % 10 %
Vereinigte Staaten 5 % oder 15 % 0 % 0 % oder 10 %
Vietnam 5 %, 10 % oder 15 % 10 % 7,5 % oder 10 %

Dieselben Sätze wie Deutschland, also 5 % oder 15 % auf Dividenden, 10 % auf Zinsen und 0 % oder 10 % auf Lizenzgebühren, haben Belgien, Dänemark, Estland, Finnland, Frankreich, Griechenland, Irland, Island, Israel, Litauen, Luxemburg, Mexiko, Namibia, die Niederlande, Norwegen, Oman, Österreich, Schweden, die Schweiz, die Slowakei, Spanien, Trinidad und Tobago, die Ukraine, Ungarn, die Vereinigten Arabischen Emirate und das Vereinigte Königreich.

Auf 5 % oder 15 % bei Dividenden und je 10 % bei Zinsen und Lizenzgebühren kommen Armenien, Australien, Hongkong, Japan, Kasachstan, Kolumbien, Korea, Kroatien, Kuwait, Lettland, Moldau, Serbien, Slowenien und Tschechien.

Mit 5 % oder 10 % auf Lizenzgebühren statt 10 % arbeiten Libanon, Madagaskar, die Mongolei, Neuseeland, Polen, Rumänien und Usbekistan.

10 % oder 15 % auf Dividenden und je 10 % auf Zinsen und Lizenzgebühren gelten mit China, Indonesien, Jordanien, Portugal und Taiwan. Aserbaidschan und Venezuela nehmen auf Lizenzgebühren 5 % oder 10 %, Bulgarien und Russland 0 % oder 10 %.

Je 15 % auf alle drei Zahlungsarten verlangen Ägypten, Kamerun, Malaysia, Sambia, Senegal und Singapur. Bangladesch, die Elfenbeinküste, Guyana, Jamaika und die Philippinen nehmen 15 %, 15 % und 10 %.

Barbados, Kirgisistan, Malta, Sri Lanka und Zypern liegen bei 15 % auf Dividenden und Zinsen und 0 % oder 10 % auf Lizenzgebühren. Algerien und Pakistan nehmen 15 %, 15 % und 0 % oder 15 %.

Gabun und Papua-Neuguinea verlangen 15 % auf Dividenden und je 10 % auf Zinsen und Lizenzgebühren.

Meistbegünstigung

Einige Abkommen enthalten eine Meistbegünstigungsklausel. Vereinbart der andere Staat später mit einem Dritten einen niedrigeren Satz, sinkt er auch hier, bei Kenia steigt er umgekehrt. Bei Oman greift die Klausel, wenn Kanada selbst ein günstigeres Abkommen schließt.

Betroffen sind Argentinien, Bulgarien, Chile, Ecuador, Kasachstan, Kenia, Kirgisistan, Kolumbien, Lettland, Litauen, Oman, Peru, Venezuela und Vietnam.

Mit Chile sanken die Zinsen so ab dem 1. Januar 2019 von 15 % auf 10 %. Bei Litauen sind bestimmte Lizenzgebühren seit dem 1. Januar 2019 frei.

Noch nicht in Kraft, in Neuverhandlung, ausgesetzt

Die Abkommen mit Libanon und Namibia sind unterzeichnet, aber noch nicht in Kraft. Bis dahin verlangt Kanada höchstens 25 %.

In Neuverhandlung sind die Abkommen mit Australien, Brasilien, China, Deutschland, Malaysia, den Niederlanden und der Schweiz.

Das Abkommen mit Russland hat Kanada zum 18. November 2024 ausgesetzt, bis beide Regierungen etwas anderes entscheiden.

Hongkong, die USA und die frühere Sowjetunion

Das Abkommen mit China gilt nicht für Hongkong, dafür gibt es ein eigenes. Bei den Vereinigten Staaten hängen die Abkommenssätze an der Klausel zur Begrenzung von Vergünstigungen.

Mit Aserbaidschan, Estland, Kasachstan, Kirgisistan, Lettland, Litauen, Russland, der Ukraine und Usbekistan gelten neue Abkommen. Belarus, Tadschikistan und Turkmenistan erkennen das alte Abkommen mit der Sowjetunion nicht an, dort gelten bis zu einem neuen Abkommen 25 %.

Für die übrigen früheren Sowjetrepubliken ist offen, ob das alte Abkommen noch gilt. Verhandlungen laufen nicht, die kanadische Steuerbehörde CRA sollte im Einzelfall gefragt werden.

Wie die kanadische Quellensteuer in Deutschland angerechnet wird, besprechen wir im Erstgespräch für Ihre Struktur.

Abgeglichen mit der PwC Worldwide Tax Summary für Kanada, dort zuletzt aktualisiert am 12. Juni 2026. Die Angaben ersetzen keine Beratung im Einzelfall.